TAGEBUCH

Aus is und gar is!

von Redaktion

„Aus is und gar is, und schad is, dass wahr is“ – wer hat‘s gesagt? Schauspieler Helmut Fischer in seiner legendären TV-Rolle als „Monaco Franze“ natürlich. Auch als Berichterstatter kann man es nach fast drei intensiven Olympia-Wochen meist kaum glauben, dass der Tag kommt, an dem man auf keinen Berg fährt. An keiner Bobbahn steht. Und keine Biathlon-Ziele klacken hört.

Ich persönlich werde auch den Guten-Morgen-Gruß des notorisch früh erwachenden Kollegen aus Heilbronn vermissen, mit dem ich mir, zusammen mit einem Dritten im Bunde, das Quartier und das Bad geteilt habe. Komplikationen, wie beispielsweise bei den Biathleten, konnten wir zum Glück vermeiden.

Tag für Tag stapften wir aus unserem Adlerhorst, ganz oben, unter dem Dach des so malerisch am Lago di Dobbiaco gelegenen Hotel Baur, die 68 Stufen hinunter zum Frühstück. Im Anschluss hinauf. Vollbepackt wieder hinunter. Und meist spät in der Nacht wieder nach oben.

Was bleibt, sind viele Erlebnisse. Politisch spannende, wie den Ausschluss des ukrainischen Skeletonis. Tragische, wie den Einfädler am ersten Tor von Lena Dürr. Oder schöne, wie die unverstellte Freude der Gold-Rodel-Crew.

Außerdem die Erkenntnis: Olympia hat seine Schwächen. Es ist nicht perfekt. Es gibt berechtigte Kritik. Aber es bleibt dennoch etwas Besonderes. Unter anderem, weil die Protagonisten noch nahbare Menschen sind. Deshalb: „Schad, dass wahr ist.“

Auf der anderen Seite: Alles hat seine Zeit. Das hat am Ende sogar der Monaco Franze erkannt.

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