Die unfairste Aktion der Spiele?

von Redaktion

„Komplett unsportlich“: Skicrosser Hronek mutwillig blockiert und um Finale betrogen

Wütend: Skicrosser Tim Hronek. © Weiken/dpa

Der Aufreger: Regez blockt Hronek weg. © Screen

Livigno – Die unfairste Aktion der vergangenen zwei Wochen? Schon möglich! Skicrosser Tim Hronek wurde am Samstag um seinen Finaleinzug gebracht – weil ihn Konkurrent Ryan Regez im Halbfinale regelwidrig und mutwillig am Hals festhielt. Der Schweizer wurde zwar bestraft, das half aber dem Deutschen nichts, weil er dadurch nur auf Rang drei vorrückte und den Medaillenkampf verpasste.

„Er hat mich komplett unsportlich festgehalten. Es ist extrem bitter. Man stellt sich die Frage: Warum passiert das mir? Es wäre alles angerichtet gewesen“, schimpfte Hronek. „Das war einfach unsportlich und kostet den Timi den Finaleinzug. (….) So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte auch der aktuell verletzte Skicrosser Tobias Müller als ARD-Experte.

Regez entschuldigte sich zwar, aber das half Hronek vorerst auch nichts. „Ich habe ihm gesagt: Ryan, schön und gut. Aber davon kann ich mir halt gar nichts kaufen am Ende des Tages. Da müssen wir erst mal ein bisschen Gras darüber wachsen lassen.“ Der Schweizer gab kleinlaut zu Protokoll: „Ich bin darauf nicht stolz und wenn ich es rückgängig machen könnte, würde ich es tun.“

Ganz gegensätzliche Emotionen erlebte Teamkollegin Daniela Maier am Freitag bei ihrem Olympiasieg, den sie mit „einem Liter Aperol“ feiern wollte. Am Ende fand die 29-Jährige am frühen Samstagmorgen gegen zwei Uhr den Weg ins Bett – den ein oder anderen Spritz inklusive. Ob sie eine spezielle Geschichte mit dem Getränk verbinde, fragten wir die Schwarzwälderin am Tag danach. Schließlich hatte ihr Fanclub sogar ein eigens designtes Plakat dabei. In der Tat gab es dafür eine Erklärung.

Vergangene Woche war Maier noch bei einem Kaffee mit einer guten Freundin zusammengesessen. Man malte sich aus, wie der olympische Auftritt verlaufen könnte. „Am Ende hat meine Freundin gesagt, dass sie auf jeden Fall mit einem Aperol im Ziel auf mich wartet. Ganz egal, welche Platzierung herauskommt“, erzählte Maier. Und weiter: „Es ist total cool, dass das jetzt so um die Welt gegangen ist. Das hatten wir so nicht erwartet.“

Bei ihren vierten Spielen endlich neben der Goldmedaille aufzuwachen, empfand Maier als „verrückt, irre“ und „absolut crazy“. Leider hatte auch sie im wohl schönsten Moment ihrer Karriere, etwas zu bemängeln – an der Organisation der Spiele. „Meinem Skiclub war das zum Glück egal, die haben einfach laut genug geschrien“, sagte Maier. „Aber die Fans waren weit weg.“

Nach der Qualifikation wollte Maier kurz Kontakt zu ihrer Familie aufnehmen. „Das war leider nicht möglich.“ Die Distanz zwischen Ziel- und Zuschauerbereich war im Livigno Snow Park schlichtweg zu groß gewesen. Münchens Ski-Ass Linus Straßer hat sich ein paar Tage zuvor bereits ähnlich über den Standort Bormio geäußert und diesen als „steril“ bezeichnet. Die ganzen Spiele empfand er als „fürn Arsch“. Maier gestand: „Ich muss ihm da teilweise recht geben.“MATHIAS MÜLLER

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