Hasta la Pista! – Die letzten TV-Helden aus Magonza

von Redaktion

Goldenes Lachen: Olympiasieger Philipp Raimund bei Stephanie Müller-Spirra. © ARD

Aus, aus, aus, die Spiele sind aus! Mit einem letzten Aufbäumen haben sich ARD und ZDF von den Olympischen Lerchenbergspielen in Mainz verabschiedet. Noch einmal ließen sich lustige bis kuriose Dinge beobachten. So hat Instagram-Vorleserin Amelie im Ersten schwarzhumorig berichtet: „Eine Frau hat sich vor Olympia das Bein gebrochen und ist im Karneval als Lindsey Vonn gegangen.“ Und noch einmal hat sich das Öffi-Olympia angefühlt wie ein handelsüblicher Hin-und-her-Schalt-Wintersport-Sonntag, und nicht wie ein Schnee-Spektakel mitten in den italienischen Bergen. Aber es gab auch Schönes. Versöhnliches Fazit der Sportfreunde Stiller: Tutto bene, keine Träne! Hasta la Pista, Italia!

– Lauf, Laura, lauf: Wussten Sie, dass der Haupt-Austragungsort der Winterspiele 2026 gar nicht Cortina oder Predazzo hieß, sondern Magonza? Das klingt nach einem verschlafenen Nest zwischen Passo del Parallelo und Monte Combinata – ist aber nur die italienische Übersetzung fürs Wintersport-Epizentrum Mainz. ARD-Erfolgsreporter Claus Kufen-Lufen leistete gottlob nicht dort seinen Stubendienst ab. Er stand letztmalig am Eiskanal von Cortina, am Canale Germania d’oro, und bejubelte die „Emotions-Eruption“ von Laura Nolte. Star des ARD-Samstags war aber Kommentator Eik Galley, der die deutschen Schlittenfahrer per Verbal-Beschleunigung höchstpersönlich zu Tal beförderte: „Lauf, Laura, lauf!“ Und Laura lief. Zum Gold. Und das, obwohl die Italiener behumpst haben. „Er kennt die Abkürzungen, er kennt hier den geheimen Weg“, wusste Galley über den ortskundigen Patrick Baumgartner. Come va, Betrüger? Du wirst kein Sieger!

– Heiliger Johannes: Die Lobrede von ARD-Langlauf-Routinier „Jay-Jay“ Rieck auf Norwegen-Gigant Johannes Klæbo war Literatur von Sostmeierscher Qualität: „Der Größte aller Völker und Zeiten. Der heilige Johannes betreibt eine Sportart, die nur er beherrscht. Wo andere ein Trophäen-Eck haben, hat er ein Lagerhaus. Ein bisschen wie Usain Bolt, nur mit Ski-Latten.“ Ein wenig verliebt ist Jay-Jay ja schon in den Norweger, den zweiterfolgreichsten Teilnehmer von Magonza 2026, nach Gold-Lufi. Germania-Adrenalina, schöner als in Messina!

– Schneeball-Versager: Der eitle Ex-SWR-Sportchef Michael Antwerpes stellte sich Samstagfrüh für ein paar fesche Bilder aufs Gipfelplateau des Kronplatz, als Einstimmung fürs finale Franzi-Preuß-Biathlon im 35 Kilometer entfernten Antholz. „Wir können mal versuchen, ihr gute Gedanken zuzuwerfen“, nahm sich Antwerpes zusammen mit Biathlon-Auskenner Arnd Peiffer vor. Die Idee: Wenn die beiden mit fünf Schneebällen durch scheunentorgroße olympische Ringe treffen, bringt das der Franzi Glück. Und obwohl es physikalisch praktisch unmöglich war, warf Antwerpes zweimal daneben. Und so kam es, wie es kommen musste: Franzi mit dem Schneeball-Fluch Drittletzte. Eurosport-Experte Michael Rösch musste erkennen: „Badewannen-Stöpsel gezogen, da ist der Ofen aus.“

Das gilt auch fürs TV-Olympia. Wir ziehen uns jetzt ins Couch-Trainingslager für die Donald-WM zurück. Make Soccer great again, mit deutsche Men!JÖRG HEINRICH

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