Interview

„Bayern musste man zum Glück zwingen“

von Redaktion

Weltmeister Khedira über Kompany, Karl, Neuer und die WM-Chancen von ter Stegen

Unterstützt die stillen Helden des Sports: Sami Khedira.

München – Sami Khedira (38) ist das Gesicht der Real-Club-Legends-Kampagne des Autovermieters Enterprise Rent-A-Car. Die Initiative rückt die treuen Fans und stillen Helden des Sports in den Vordergrund. Teil zwei unseres Interviews mit dem Weltmeister von 2014:

Herr Khedira, überrascht Sie Vincent Kompanys Wirken beim FC Bayern?

Seine Handschrift ist in allen Belangen sehr klar zu erkennen. Jeder Spieler weiß, woran er ist. Er ist ein absoluter Glücksgriff. Da kann man den Bayern nur gratulieren.

Als Titelanwärter in der Königsklasse werden weder Real noch Barça, sondern neben Arsenal auch der FC Bayern gehandelt.

Bisweilen muss man eben zu seinem Glück gezwungen werden. Was Ausgaben anging, wurde bei Bayern die Bremse reingehauen und der Kader daraufhin verkleinert, um dann Talenten wie Lennart Karl die Chance zu geben. Dass Karl seine Chance ergriffen hat, ist auch sein Verdienst sowie der von Kompany, der auch den Mut hatte, auf ihn zu setzen.

Sollte der FC Bayern mit Kapitän Manuel Neuer trotz seiner 39 Jahre verlängern?

Ich glaube, dass die Verantwortlichen aus der Geschichte von Thomas Müller gelernt haben. Mir würde es wehtun, wenn ich Manu nicht mehr im Tor sehen würde, aber der Entscheidungsträger ist natürlich er. Deshalb maße ich es mir nicht an, ihm zu irgendetwas zu raten.

Was kann man Marc-André ter Stegen raten, für den es trotz Neuers DFB-Rückzugs wohl nicht für den Platz im deutschen WM-Tor reicht?

Das ist eine der tragischsten Geschichten überhaupt. Jetzt hat er erstmals die Chance, die Nummer eins zu sein, und dann auch noch bei einer WM – und verletzt sich wieder! Das ist brutal und tut mir unfassbar leid. Auf der anderen Seite macht Oliver Baumann es auch gut. Er ist zwar kein Manuel Neuer, aber er hat sich beim DFB von seiner besten Seite gezeigt. Wenn die Achse um die zentralen Spieler wie Baumann, Tah, Schlotterbeck, Kimmich, Pavlovic, Wirtz, Musiala und Co. mental wie körperlich fit ist und fünf Wochen konstant auf Top-Niveau liefert, dann gehört auch Deutschland zu den Turnierfavoriten. Nichtsdestotrotz sehe ich die Spanier, Engländer und Franzosen aufgrund ihrer Kaderbreite einen Tick vor den Deutschen. Ich freue mich jedenfalls auf die WM. Auch weil ich denke, dass wir besser abschneiden werden als bei den letzten beiden Weltmeisterschaften. So weit lehne ich mich jetzt mal aus dem Fenster.

INTERVIEW: JOSÉ CARLOS MENZEL LÓPEZ

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