Und das Derby ist hiermit entschieden: Der Tölzer Ludwig Nirschl mit dem 2:0 beim SC Riessersee. © Tamara Rabuser (or)
Bad Tölz: Derbysieg dank cleverer Krafteinteilung, Kantersieg mit Spielfreude der Rumpftruppe: Die Löwen plagen sich in der Schlussphase der Vorrunde mit einer Krankheitswelle herum und liefern trotzdem Ergebnisse: Das Oberland-Duell beim SC Riessersee gewannen sie am Freitag 2:0. Am Sonntag fehlten ihnen zwölf Spieler, zudem fiel Alex Grossrubatscher nach einem Bandencheck aus. Trotzdem fieselten die Löwen die ebenfalls angeschlagenen Bayreuth Tigers mit 12:2 ab. „Sie haben die Scheibe gut bewegt, nie nachgelassen und herrliche Tore gemacht“, freut sich Trainer Axel Kammerer.
Bereits zur ersten Pause tauschten die Gäste Torhüter Daniel Arendas aus. Dem 18-jährigen Timo Bossler erging es bei seinem Oberliga-Debüt nicht besser. Die Tölzer brachten jeden vierten ihrer 48 Schüsse im Ziel unter. Jetzt hofft Kammerer, dass seine maladen Spieler bald zurückkehren. „Wir brauchen alle, um gscheit zu trainieren.“ Playoff-Gegner ab 8. März sind voraussichtlich die Hammer Eisbären. NIC
Peiting: Schon am drittletzten Spieltag machte der EC Peiting die direkte Teilnahme an den Playoffs, von der Ende Januar nur noch die größten Optimisten zu träumen wagten, perfekt. Durch den 8:3-Sieg in Stuttgart ist die Truppe von Coach Lanny Gare nicht mehr vom siebten Platz zu verdrängen, der reicht, weil die insolventen Heilbronner aus der Wertung genommen werden. Den Grundstein zum Sieg legte der ECP im Mittelabschnitt mit vier Treffern in elf Minuten. „Da waren wir sehr effektiv“, lobte Gare, der sich nur über ein Frustfoul der Stuttgarter ärgerte, durch das sich Marco Habermann eine schwere Verletzung zuzog und womöglich die Playoffs verpasst. Mit gerade mal drei Reihen bestritt der ECP danach das Derby gegen den SC Riessersee. Vor 1100 Zuschauern zeigte er viel Moral, holte einen Zwei-Tore Rückstand auf und gewann nach Verlängerung mit 5:4. „Wir müssen an den Special Teams arbeiten“, urteilte Gare nach vielen ungenutzten Überzahlsituationen und zwei Powerplaytoren des SCR.RH
Erding: „Dumme Frage: Warum seid ihr Letzter?“ Das wollte am Faschingsdienstag der Tölzer Trainer Axel Kammerer von seinem Gegenüber Thomas Daffner wissen und erntete ein Schulterzucken. Gerade hatten die Löwen gegen die Erding Gladiators 3:6 verloren. Und es war ein durchaus verdienter Erfolg für das Schlusslicht. Aber es kam am Wochenende dann noch besser für die Gladiators. Zunächst bezwangen sie daheim Spitzenreiter Deggendorfer SC mit 4:1. Überragender Spieler war Torwart Raphael Fössinger, der erst am Rosenmontag – im Tausch mit David Zabolotny – von Deggendorf nach Erding gewechselt war. Am Sonntag in Heilbronn stand dann mit dem 19-jährigen Johannes Kurrer ein Landshuter Förderlizenzspieler im Tor und hielt überragend beim 7:2-Sieg beim Tabellenvierten Heilbronner Falken. Den Dritten, Ersten und Vierten geschlagen. „Warum nicht immer so?“ wurde Coach Daffner gefragt, der kopfschüttelnd meinte: „Ich kann diese Frage nicht beantworten.“ WK
Riessersee: Am Freitag könnte für den SC Riesserseee sportlicher Aschermittwoch und die Saison vorbei sein. Denn zuletzt gab es zwei Niederlagen in Derbys. Zunächst im großen vor 3477 Zuschauern mit 0:2 gegen die Tölzer Löwen daheim, dann mit 4:5 nach Verlängerung im kleinen beim EC Peiting. Damit gehen die Weiß-Blauen mit einer ganz schlechten Ausgangsposition ins große Finale am Freitag. Dann ist um 20 Uhr Lindau im Olympia-Eissportzentrum zu Gast – ohne Leon Neiger auf SCR-Seite. Der Deutsch-Schweizer wechselt in die DEL2. Die Weiß-Blauen haben einen Rückstand von zwei Punkten auf einen Pre-Playoff-Rang. Ein Sieg ist also Pflicht. „Wir werden versuchen, „all in“ zu gehen“, sagt Trainer Markus Jocher. Sein Team ist auf Schützenhilfe der Konkurrenten angewiesen.
Der Coach kämpferisch: „Die Hauptrunde ist erst zu Ende, wenn die Hauptrunde zu Ende ist. So lange wir aufrecht stehen können, werden wir stehen.“ Bayreuth, Höchstadt oder Füssen müssen überholt werden.TF