Achtung! Kompany weiß, dass nationale Duelle immer Brisanz bieten. © IMAGO
Alles wie letztes Jahr? Im Champions-League-Achtelfinale der Vorsaison schmiss Bayern Leverkusen raus. © IMAGO/Koch
Klare Sache: Harry Kane & Co. besiegten Leverkusen im November des Vorjahres deutlich. Mindestens zwei weitere Duelle wird es geben. © Pless/IMAGO
München – Eigentlich hat Max Langenhan derzeit ein goldenes Händchen. Bei den Olympischen Spielen in Cortina d‘Ampezzo ist der Rodler nach einer durchwachsenen Saison relativ überraschend zu Gold gerast, als Losfee allerdings hat der Doppel-Olympiasieger zumindest aus Sicht des FC Bayern keinen Volltreffer gelandet. Ein gewünschtes Heimspiel ist es im Halbfinale des DFB-Pokals nicht geworden, den vermeintlich schwersten Gegner hat man in Bayer Leverkusen auch noch erwischt. Aber das Schlimmste: Wenn das Duell ums Endspiel am 21. oder 22. April steigt, könnte es für das Team von Vincent Kompany binnen eineinhalb Monaten die dritte Reise nach Leverkusen und die vierte Partie gegen den Meister von 2024 sein. Bevor am Freitag um 12 Uhr in Nyon die nächste Auslosung ansteht, raunt man daher intern ziemlich laut: Nicht schon wieder Bayer!
Die Chancen dafür, dass Leverkusen in der Champions League erneut im sogenannten „Lospaar“ mit dem FC Bayern liegen wird, sind relativ groß. Das 2:0 gegen Piräus im Playoff-Hinspiel ist die perfekte Ausgangslage für die entscheidende Partie an diesem Dienstag, auch ein Weiterkommen von Borussia Dortmund ist nach dem 2:0 gegen Atalanta Bergamo wahrscheinlich. Ein deutsch-deutsches Duell – wie von keinem der drei Vereine gewünscht – wird es also ziemlich sicher werden. Was Leverkusen-Coach Kasper Hjulmand davon hält, hat er bereits kundgetan. Seine Worte „es gibt doch so viele internationale Mannschaften im Wettbewerb“ sprechen Bände – und den anderen aus der Seele.
Wird es Dortmund, trifft man sich nach dem Klassiker an diesem Samstag (18.30 Uhr) ab Mitte März wieder. Wird es Leverkusen, stehen regelrechte Bayern-Bayer-Festspielwochen an. Besonders brisant ist die Lage, weil die Liga-Partie für 14. März angesetzt ist – und die Achtelfinals der Königsklasse für 11./12. und 17./18. März terminiert sind. Es würde also binnen einer Woche im Dreitages-Rhythmus gegeneinander gehen, sonderlich attraktiv ist das weder für die Mannschaften noch für die Fans. Trotzdem sagte Didi Hamann jüngst gegenüber unserer Zeitung: „Leverkusen wäre aus meiner Sicht die angenehmere Aufgabe als Dortmund.“
Ein Blick auf die Tabelle bestätigt diese These. 21 Punkte liegen zwischen dem Tabellenführer und dem derzeit Sechsten, der ernsthaft um eine Champions-League-Teilnahme in der kommenden Saison zittert. Die jüngsten Duelle in der Liga (3:0) und auch im Achtelfinale auf der europäischen Bühne im vergangenen Jahr (3:0/2:0) gingen allesamt an die Bayern, im Pokal jedoch sah die Sache schon anders aus. Sechs von bisher acht Duellen gewann zwar der Rekordmeister, schwer allerdings wog das 0:1 in Unterzahl im Dezember 2024. Ein bitterer Abend für die Münchner – Wiederholung unerwünscht.
Seitdem ist viel passiert, die Kompany-Bayern haben das Endspiel in Berlin am 23. Mai erstmals seit 2020 wieder fest im Visier. Und auch wenn der Aufschrei über die frühen nationalen Duelle in der Champions League immer lauter wird, sieht Hamann das Positive. Er sagt: „Das Gute an diesen Spielen ist, dass zumindest ein deutscher Verein weiterkommt.“ Dass „die Bayern gegen jeden im Achtelfinale Favorit“ sind, ist auch klar. Und trotzdem geht der Appell aus München an die Losfee in Nyon: Mach es besser als Max Langenhan!HANNA RAIF, PHILIPP KESSLER