Zurück im DEL-Alltag: Wagner in München. © Red Bull
Starker Olympia-Auftritt: Fabio Wagner. © DEB/City-Press
München – Fabio Wagner (30), Verteidiger, war einer von drei Spielern des EHC Red Bull München beim olympischen Eishockeyturnier. In der deutschen Mannschaft erhielt er mit die besten Kritiken. Nun geht es in der DEL weiter, heute (19.30 Uhr) mit der Partie gegen den ERC Ingolstadt, für den der Landshuter elf Jahre lang spielte.
Fabio, wie war Olympia?
Wenn ich den Vergleich zu Peking 2022 ziehe, war es ganz anders. Man hatte das Zusammensein der Athleten und hat das olympische Feeling gespürt. Ich habe Deutschland voller Stolz vertreten.
Gerne schaut man auch andere Sportarten.
Das hat zeitlich nicht hingehauen. Unser Training war immer am späten Nachmittag. Cortina war zu weit weg, aber wir haben die Deutschen im Fernsehen verfolgt.
Viele freuten sich über Spiele in Europa, weil da auch die Familie teilhaben kann. Wie war‘s bei Ihnen?
Die ersten zwei Spiele war mein Bruder da, die letzten zwei Spiele mein Vater und meine Frau mit unserer Tochter. Der kurze Weg nach Italien war für deutsche Fans top, es waren viele da.
Die sportliche Bilanz?
Nicht das, was wir uns erwartet haben. Wir wissen, dass mehr drin gewesen wäre, dennoch war es eine gute Erfahrung. Es werden tolle Erinnerungen bleiben.
Ihre eigene Bilanz kann sich sehen lassen. Sie gehörten zur Starting Six, bildeten mit Moritz Seider das erste Abwehrpaar, kamen auf eine durchschnittliche Eiszeit von über 17 Minuten und insgesamt 126 Shifts und waren einer von nur sechs deutschen Spielern mit positiver Plus-Minus-Bilanz.
Ich habe vom Trainerteam viel Verantwortung bekommen und hatte das Privileg, mit einem Top-NHL-Verteidiger zusammenzuspielen. Ich denke, wir haben uns gut ergänzt, und hoffe, dass ich davon was lernen konnte. Ich wollte mit meiner Leistung der Mannschaft helfen, aber deren Erfolg oder Misserfolg steht im Vordergrund.
Sie haben seit 2021 eine stabile Nationalmannschaftskarriere. 2019 noch waren Sie der Letzte, der nach der WM-Vorbereitung aussortiert wurde. Das Team reiste zur WM in die Slowakei, Sie standen am Bahnsteig und warteten auf den Zug nach Hause.
Ich habe mir damals gesagt, ich mache weiter, verbessere mich – und in der übernächsten Saison habe ich bei der WM meine Chance bekommen. Das Arbeiten hatte sich ausgezahlt. Man muss einfach resilient sein. So ist der Profisport – aber ich sehe, dass es auch für die Trainer keine leichten Entscheidungen gibt.
Nun der Übergang von einem glamourösen Turnier in den Alltag. Droht der Blues?
Das Wichtigste war nach fünf Spielen in sieben Tagen erst mal körperliche Regeneration und dass man mental runterkommt. Denn jetzt geht es in der DEL Schlag auf Schlag. Acht Spiele, dann starten die Playoffs. Man muss Olympia im Kopf schnell abhaken. Nach einer so langen Pause ist die defensive Struktur wichtig und dass die Special Teams funktionieren.
Sie haben jetzt 348 DEL-Spiele in Serie bestritten, vor Ihnen liegt nur der heutige TV-Experte Patrick Köppchen, bei dem es 506 waren.
Ich bin froh, dass ich so gut durchgekommen bin. Die letzte Verletzung, mit der ich ausfiel, war am Finger, im Februar 2020. Ich mache mir nicht zu viele Gedanken über die Serie, achte auf meinen Körper und darauf, dass ich die Dinge beeinflusse, die ich beeinflussen kann. Mit der Erfahrung lernt man, wie man sich in bestimmten Situationen am besten verhält. Und man braucht Glück.
Mit Patrick Köppchen haben Sie noch in Ingolstadt gespielt.
Patrick Köppchen war ein Krieger, der mit Verletzungen weitergespielt hat und bei dem die Mannschaft im Vordergrund stand. Als ich nach Ingolstadt kam, hat er mich an die Hand genommen und mir gezeigt, wie man trainiert. Er war mein Mentor.
INTERVIEW: GÜNTER KLEIN