Ins Achtelfinale will Niko Kovac sein Team führen. Sebastian Kehl (r.) erwartet eine sehr intensive Partie. © Thissen/dpa
Bergamo – Die Reise ins schöne Norditalien wird für Borussia Dortmund alles andere als ein lockerer Betriebsausflug, das machte Sebastian Kehl unmissverständlich klar. „Das Spiel wird sehr intensiv, es könnte von der Stimmung her aggressiv werden“, sagte der Sportdirektor vor dem zweiten Play-off-Duell bei Atalanta Bergamo heute Abend (18.45 Uhr).
Gedanken an den bevorstehenden Kracher gegen Bayern München ließ Kehl gar nicht erst zu. „Ich will den Fokus auf Bergamo legen“, betonte er: „Das ist für den Club ein unglaublich wichtiges Spiel. Und wir sollten uns nicht nach einem 2:0 in Sicherheit wiegen.“
Unklar ist, wie Trainer Niko Kovac das Personalpuzzle in der Abwehr löst, und wer überhaupt verfügbar ist. Immerhin: Beim Abschlusstraining stand neben dem zuletzt angeschlagenen Nico Schlotterbeck, der im Hinspiel gegen Bergamo sowie beim 2:2 bei RB Leipzig ausgesetzt hatte, auch der längere Zeit verletzte Emre Can wieder auf dem Platz. Beide flogen auch mit nach Italien. Niklas Süle fällt dagegen sicher aus.
In Bergamo geht es für den BVB nicht nur ums Sportliche, sondern auch ums Finanzielle. Elf Millionen Euro gibt es für den Einzug ins Achtelfinale, in dem die Bayern oder der FC Arsenal warten. Ausgelost wird am Freitag. Zuerst muss die knifflige Aufgabe gegen Atalanta gelöst werden. Das 2:0 aus dem Hinspiel ist „ein trügerisches Ergebnis, weil ein frühes Tor dort sofort alles verändern kann“, sagte Kehl.
Atalanta hat im eigenen Stadion bereits den FC Chelsea geschlagen, bei der Generalprobe gelang ein 2:1 gegen den italienischen Meister SSC Neapel. Allerdings: Im Hinspiel war der BVB deutlich überlegen, hätte noch höher gewinnen können.
Überhaupt ist Dortmund trotz aller Ausfälle in einer guten Form. Mit Moral machte der BVB in Leipzig aus einem 0:2 noch ein 2:2, in der Liga haben die Dortmunder nur einmal verloren: in der Hinrunde in München. Am Samstag (18.30 Uhr) wollen sie mit einem Sieg gegen Bayern den Meisterkampf offenhalten.
Kräfte schonen kann der BVB dafür aber nicht. Zu viel steht in der Königsklasse auf dem Spiel. „Wir wollen eine Runde weiterkommen, das ist unser klares Ziel“, sagte Kehl. „Und dann müssen wir gucken, wer am Samstag noch laufen kann.“SID