Steht weiter im Fokus: Gianluca Prestianni (r.). © Moreira/AFP
Madrid – „Gianluca Prestianni wird mit Benfica nach Madrid reisen.“ Die Schlagzeile der Sportzeitung „A Bola“ sorgt vor dem Champions-League-Rückspiel bei Real Madrid heute (21 Uhr) für Wirbel. Der Eklat um den Argentinier ist zu einem Fall mit gesellschaftlicher Tragweite geworden.
Prestianni soll Real-Star Vinícius im Hinspiel (0:1) rassistisch beleidigt haben. Am Montag verhängte die UEFA gegen den 20-Jährigen zunächst eine „vorläufige“ Sperre für das Rückspiel in den Play-offs. Benfica legte Berufung ein und nimmt Prestianni mit nach Madrid. Einen erneuten Einsatz Prestiannis gegen Real wird es kaum geben, aber: Benfica solidarisiert sich mit seinem Spieler.
Erneut bekräftigte der Klub „ sein unerschütterliches Engagement im Kampf gegen Rassismus“. Das spiegele sich auch in Klub-Legende Eusébio wider. Ähnlich hatte Trainer José Mourinho argumentiert – und dafür scharfe Kritik, unter anderem von Bayern-Coach Vincent Kompany, geerntet.
Prestianni streitet Vorwürfe ab. „Ich war niemals gegenüber irgendjemandem rassistisch“, schrieb er bei Instagram. Laut Medienberichten soll er vor der UEFA ausgesagt haben, Vinícius mit dem spanischen Schimpfwort „maricón“ (deutsch: Schwuchtel) beleidigt zu haben, nicht mit „mono“ (deutsch: „Affe“). Welche Strafe Prestianni drohen könnte, ist noch unklar.
Und sportlich? Reist Benfica nach dem 0:1 im Hinspiel als Außenseiter ins Estadio Santiago Bernabéu. Mourinho wird das Wiedersehen mit Real wegen einer Gelb-Roten-Karte ebenfalls verpassen. Vinícius äußerte sich auf Instagram derweil kämpferisch: „Bernabéu. Wir sehen uns dort.“SID