Muss vorangehen: Löwe Kevin Volland. © Kruczynski/Imago
München – Na klar, es musste ja so kommen. Das Muster in dieser Saison im Umfeld des TSV 1860 nach Spielen in der Dritten Liga ist seit Monaten dasselbe: Verliert die vor Saisonbeginn so hochgelobte Löwenmannschaft, ist die Spielzeit in den Augen vieler Fans gelaufen, der Aufstieg in die Zweite Bundesliga unerreichbar. Gewinnt Sechzig hingegen, werden die Rechenschieber wieder aus dem Keller geholt, der Glaube kehrt zurück.
Kein Wunder also, dass nach den zwei jüngsten Erfolgen über Havelse (5:0) und Rostock (1:0) schon wieder vereinzelt geträumt wird in Giesing – trotz sieben Zählern Rückstand auf den Relegationsrang. „Ich halte nichts von Träumereien. Wir brauchen Siege, dann können wir reden“, gibt Löwen-Coach Markus Kauczinski den Takt für die vollgepackten kommenden Wochen vor. Drei Spiele in nur sieben Tagen warten ab Freitag auf 1860. Kann Sechzig seine Serie in dieser Phase von zwei auf sechs ausbauen, dürfte wirklich wieder gespannt auf die Tabelle geblickt werden. Doch wie soll das gegen ein Trio an Gegnern gelingen, gegen das man in der Hinserie nur einen mageren Punkt holte? Eine Übersicht:
Hoffenheim II (27.Februar, 19 Uhr): Fünf deftige Watschn zum Wiesn-Auftakt setzte es für die Löwen im Hinspiel gegen die TSG-Bubis – 1:5-Pleite im Grünwalder. Unterschätzen wird man die talentierten Kraichgauer am Freitagabend also definitiv nicht. Gut für 1860: Hoffenheim ist nach dem Abgang wichtiger Leistungsträger (besonders schwer wiegt der Verlust von Offensiv-Rakete Ayoube Amaimouni-Echghouyab) nicht mehr wiederzuerkennen, holte 2026 bislang nur einen mickrigen Punkt – Letzter in der Rückrunden-Tabelle. Zupacken, Löwen!
Aue (3. März, 19 Uhr): Nach dem 0:2 im Hinspiel folgte das Löwen-Beben: Trainer Patrick Glöckner und zur Überraschung vieler auch Geschäftsführer Christian Werner mussten gehen. Doch der damalige Sieg war nur ein kurzes Strohfeuer der Erzgebirgler, die eine Horror-Saison erleben. Vier Zähler Rückstand auf das rettende Ufer, mit Aue droht ein großer Name von der Drittliga-Landkarte zu verschwinden. Es sei denn, 1860 hilft wie so oft dabei mit, am Boden liegenden Gegnern wieder aufzuhelfen. Gibt es den Pflichtsieg für die Sechzger oder die große Tristesse am Dienstagabend in Giesing?
Viktoria Köln (6. März, 19 Uhr): Freitagabende in Köln können lustig sein. Zurücklehnen und die Party genießen wird bei der Viktoria (nur vier Punkte hinter 1860) allerdings nicht reichen für fröhliche Gesichter bei den Löwen. Gestolpert sind die Sechzger schon öfter am Sportpark Höhenberg, Köln macht seit Jahren viel aus seinen begrenzten Möglichkeiten. Und dennoch: Will 1860 nochmal einen ernsthaften Angriff auf Liga zwei starten, muss in der Domstadt der Auswärtsdreier her.MARCO B. UCLES