Der ehemalige FIFA-Präsident Joseph Blatter hat seinen Nachfolger Gianni Infantino (55) als selbstherrlich und unterwürfig kritisiert. „Er regiert wie ein Sonnenkönig. Ich habe aus der Fifa gehört, dass er nicht begrüßt werden will, wenn er in der Fifa-Zentrale auftaucht, was selten der Fall ist. Weil ihn irgendwann jemand mit ‚Bonjour, Monsieur Blatter‘ angesprochen haben soll“, meinte Blatter zur „Sport Bild“ in einem Interview. Infantino schotte sich „total ab. Aber der Fußball wird auch Infantino überleben“. Blatter ist empört über den Zustand des Fußball-Weltverbandes. „Wer ist heute die Fifa? Sie besteht nur noch aus ihrem Präsidenten Infantino. Die Fifa ist eine Diktatur! Der Fifa-Rat mit fast 40 Personen hat nichts zu sagen“, meinte Blatter weiter.
Blatter war von 1998 bis 2015 selbst FIFA-Präsident. Infantino ist sein Nachfolger. Blatter, der am 10. März 90 Jahre alt wird, war im Zuge von Korruptionsermittlungen abgetreten. Seine Amtsführung war ebenfalls hochumstritten. Blatter kritisierte weiter, wie sich Infantino und vor allem US-Präsident Donald Trump vor der WM in den USA, Mexiko und Kanada im Sommer in der Öffentlichkeit geben würden. „Natürlich wird sich Trump inszenieren, das macht er doch jetzt schon! Dafür braucht er seinen neuen Freund, den Fifa-Präsidenten Gianni Infantino“, sagte Blatter. „Wobei der Ausdruck ‚Komplize‘ besser passt als ‚Freund‘.“FLUEELER/DPA