Jeder gegen jeden

von Redaktion

FCB, 1860, Haching: Fankrieg zwischen Münchens Fußballclubs

Spitze der Löwenfans gegen den Erzrivalen aus der Säbenerstraße. © Sampics

Die Unterhaching-Fans verurteilen die Macht des FC Bayern. © IMAGO (2)

Klare Forderung der Bayern-Fans: Keine Deals zum Grünwalder Stadion zwischen Stadt und 1860. © Feil/Imago

Rot gegen Blau – diese uralte Fan-Rivalität im Münchner Fußball kennt man bestens. Selten hingegen mischen sich auch die Anhänger der SpVgg Unterhaching in die Streitereien mit ein. Das änderte sich am Dienstag beim Regionalliga-Spiel gegen die kleinen Bayern (0:1). Auslöser: Das Stadion-Wirrwarr in und um München herum. Seit dem Heimspiel des FC Bayern am Samstag gegen Frankfurt (3:2) bestimmen Spruchbänder zum Grünwalder Stadion und zum Sportpark in Unterhaching die Thematik in den Fankurven. Doch was stört die Anhänger der drei Clubs eigentlich genau? Unsere Zeitung liefert die Übersicht:

■ FC Bayern

Der Branchenprimus machte den Anfang. Am Samstag war in der Südkurve der Allianz Arena zu lesen: „Unsere HGK –unsere Stadt! Macht den Reiter-TSV-Deal platt!“ Hintergrund ist die geplante Übernahme des Grünwalder Stadions durch den TSV 1860 in Erbpacht. Löwen-Präsident Gernot Mang machte bereits klar, dass in einem solchen Fall kein Platz mehr für die Zweitvertretung des FC Bayern wäre. Und warum HGK? Ganz einfach, die Bayernfans nennen die Kultstätte „Hermann-Gerland-Kampfbahn“ in Anlehnung an ihre Trainer-Ikone. Die klare Forderung: Der Deal zwischen OB Dieter Reiter und den Löwen darf nicht zustande kommen. Am Dienstag gegen Haching legten die Anhänger der FCB-Amateure nach. Unter einem großen Konterfei Gerlands war ein (zur Situation passendes) Zitat zu lesen: „Hätte, wenn und aber, alles nur blödes Gelaber!“ Später präsentierten die Fans das Banner: „Unser Stadion!“

■ TSV 1860

Die Zeit war knapp für die Löwenfans nach dem Plakat des Erzrivalen am Samstag. Bereits am Sonntagmittag stand nämlich das Heimspiel der Sechzger gegen Rostock (1:0) an. Dennoch ließ es sich die Westkurve nicht nehmen, eine Botschaft an den roten Teil der Stadt zu senden: „Egal ob dreimal am Stadtrand oder ein Stadion mit erfundenem Namen: Eine Heimat mit Identität werdet ihr nie haben.“ Mit den drei Stadien am Stadtrand meinen die Löwenfans die Allianz Arena, den Campus des FC Bayern sowie den frisch erworbenen Sportpark in Unterhaching.

■ SpVgg Unterhaching

Dass ihr Stadion nun von der Gemeinde Unterhaching in die Hände des eigenen Kooperationspartners FC Bayern gewandert ist, finden die Fans der SpVgg überhaupt nicht lustig. Bereits mehrfach machten die Anhänger ihrem Unmut Luft, so auch gegen Bayern II. Auf einem Banner im Gästeblock stand geschrieben: „Und wenn der FC Bayern den letzten Verein gekauft hat, werdet ihr merken, was ihr zerstört habt.“

MARCO BLANCO UCLES

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