VAR bald mit mehr Macht

von Redaktion

Check von Eckbälle und Gelb-Rote Karten

Frankfurt/M. – Die Macht der Video-Schiedsrichter im Fußball könnte deutlich ausgeweitet werden. Beim Treffen des International Football Association Board (Ifab) am Samstag in Wales stehen neue Regeländerungen auf der Agenda, die sowohl die Bundesliga als auch die WM im Sommer betreffen könnten. Geprüft werden sollen künftig unter anderem jeder Eckball und Gelb-Rote Karten – ohne die sonst üblichen langen Unterbrechungen.

Auch Tempo und Spielfluss stehen im Fokus. Torhüter sollen beim Abschlag künftig nur noch acht Sekunden Zeit haben, Einwürfe und Torabstöße werden einbezogen. Auswechslungen werden auf zehn Sekunden verkürzt, behandelte Spieler müssen eine festgelegte Zeit abwarten, bevor sie aufs Feld zurückkehren. Ziel ist ein schnelleres, attraktiveres Spiel.

Uefa-Schiri-Boss Roberto Rosetti lobt den VAR als wertvolles Instrument zur Fehlerkorrektur, mahnt aber zu Zurückhaltung bei subjektiven Entscheidungen, um das Spiel nicht zu verlangsamen. Aus der Bundesliga gibt es bisher kaum kritische Stimmen: Union-Berlin-Trainer Steffen Baumgart sieht den VAR weiter positiv, auch wenn Forderungen nach Challenge-Möglichkeiten für Trainer nicht umgesetzt werden.

Voraussichtlich werden die neuen Regeln frühestens ab 1. Juni gelten, was bedeutet, dass sie schon bei der WM zum Einsatz kommen könnten. Für die Bundesliga ist die Umsetzung ab der kommenden Saison geplant, wobei sich DFB und DFL voraussichtlich auf eine einheitliche Linie einigen werden. Die Ifab-Entscheidungen haben Tradition: Die Verbände aus England, Wales, Schottland und Nordirland sowie die Fifa teilen sich das Stimmrecht und sichern so die weltweite Akzeptanz der Regeländerungen.DPA

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