ZUM TAGE

Auch Pesics Welle hat Grenzen

von Redaktion

Zur Saison der Bayern-Baskets

Die Hoffnung war für die Basketballer des FC Bayern ja ohnehin nur noch eine kleine gewesen. Nach den beiden Niederlagen bei Maccabi Tel Aviv und nun in Madrid haben aber wohl auch die größten Optimisten höhere Ziele in Europa abgehakt. Die Trauer indes hielt sich in der düsteren spanischen Nacht eher in Grenzen. Aus gutem Grund: Die Münchner haben die Chance auf den neuerlichen Sprung in die Post-Season ja nicht erst in Madrid liegen gelassen. Zu lang ist die Liste von Pleiten, Pech und Pannen, zu schwer war die Hypothek einer Katastrophen-Vorrunde mit nur fünf Siegen.

Müßig zu überlegen, wie die Sache wohl mit Edel-Spielmacher Rokas Jukubaitis gelaufen wäre, auf dessen Mitwirken der Kader zugeschnitten war. Fakt ist: Den Bayern ist es über die komplette erste Halbserie nicht gelungen, ihren Weg ohne den schwer verletzten Litauer zu finden, der wohl erst in der kommenden Saison in Rot auflaufen wird. Nicht in der heimischen Liga, in der es häufig holperte. Und schon gar nicht in Europa, wo man zeitweilig das Tabellenende zierte.

Umso bemerkenswerter war die Welle, die Svetislav Pesic lostrat. Zwar haben die Bayern auch mit ihm zwei der drei Saisonziele verfehlt. Doch Fakt ist, dass der Trainer-Altmeister die Bayern zumindest wieder auf die Landkarte gebracht hat. Siege wie die gegen Panathinaikos Athen, Valencia oder Hapoel Tel Aviv tragen seine Handschrift. Andi Obst, Justinian Jessup oder auch der hölzerne David McCormack haben unter dem 76-Jährigen noch einmal einen Sprung nach vorne gemacht. Aber zur Wahrheit gehört auch, dass Pesics Weg der Wiedererweckung des FC Bayern von Kraft und Energie lebt. Und vom Funktionieren der Führungsfigur Obst. In Madrid fehlte beides – das Ergebnis ist bekannt.

Immerhin: Die Bayern haben nun viel Zeit, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Vor allem, wenn es darum geht, den Kader neu zu justieren. Ex-Basketball-Chef Marko Pesic hatte sich ja mit dem Hinweis verabschiedet, dass der Verein finanziell zukünftig besser gestellt sein wird. Das klingt vielversprechend. Doch die Extramittel dürfte man schon alleine für die Priorität Obst brauchen. patrick.reichelt@ovb.net

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