Viel Lob gibt es für Vincent Kompany. © Wittek/EPA
Komfortabler Vorsprung, drohende Langeweile? Davon wollte Vincent Kompany vor dem Bundesliga-Gipfel des FC Bayern bei Borussia Dortmund nichts wissen. „Es ist ein Klassiker, diese Spiele sind dermaßen wichtig, dass es wie ein kleiner Titel ist“, sagte der Münchner Trainer – wohlwissend, dass der große nicht mehr wirklich auf dem Spiel steht.
Denn bei acht Punkten Vorsprung müsste an den letzten elf Spieltagen noch sehr viel Ungewöhnliches passieren, um die 35. deutsche Meisterschaft der Bayern noch einmal in Gefahr zu bringen. Ungleich wichtiger ist das Duell am Samstag für den BVB. Nach dem krachenden K.o. gegen Bergamo – nächster Gegner der Bayern im Achtelfinale der Champions League – geht es für den Tabellenzweiten darum, dem Rest der Saison noch eine gewisse Bedeutung zu geben. Vor dem Topspiel ordnet Lothar Matthäus, der die Partie als Sky-Experte begleiten wird, die Ausgangslage ein.
Matthäus über …
den BVB: „Vor der Niederlage in Bergamo hätte ich im Klassiker auf Remis getippt. Jetzt geht für mich Bayern als Favorit ins Spiel. So eine Pleite, bei der du persönlich so viel dazu beigetragen hast, die nimmst du mit. Das musst du erst mal wegstecken. Das geht nicht mit Handauflegen und Tablettenehmen. Wie gegen Mainz damals ist jetzt wieder eine dunkle Wolke am Dortmunder Fußballhimmel. Die musst du jetzt vertreiben. Du musst jetzt ein Zeichen setzen und das Publikum mitnehmen.“
den Titelkampf: „Bayern wird sich die aktuell acht Punkte Vorsprung nicht mehr nehmen lassen. Das wäre für mich eine der größten Fußballsensationen – selbst wenn Dortmund jetzt gewinnen sollte und es nur noch fünf Zähler wären. Also: Auch wenn Bayern verlieren sollte, wird es keinen anderen Meister geben.“
Unterschiede zwischen FCB und BVB: „Bayern spielt dominant. Dortmund hat da meistens nur Momente. Es fehlt diese Freude und es gibt immer wieder Unruhe. Adeyemi war ein Thema, Guirassy genauso. Bei Bayern gibt’s das nicht. Sie gehen füreinander durchs Feuer. Ich habe das Gefühl, bei Bayern holt jeder alles aus sich raus. Bei Dortmund fehlen bei vielen immer 20 bis 30 Prozent.“
Bayern-Coach Kompany: „Er hat die Mannschaft wieder vereint. Es geht nicht um das eigene Ego, sondern um den gemeinsamen Erfolg. Es wird schwer für andere Vereine, diesem FC Bayern in den nächsten Jahren gefährlich zu werden.“
Über die Wechsel im Tor zwischen Neuer und Urbig: „Manuel hat sich da auch geändert. Er und der Verein wissen, was in den nächsten Wochen auf sie zukommen. Das Spiel in Dortmund ist nicht mehr das seines Lebens. Gesundheit geht vor. Mit 39 Jahren musst du nicht mehr jedes Spiel spielen. Und sie haben einen Torwart, der gezeigt hat, dass er in großen Spielen da ist.“JO