Zweiter Derbysieg vor Gipfeltreffen

von Redaktion

EHC München gerät in Augsburg unter Druck, gewinnt aber 4:2 – Solides Debüt von Smits

Der Neue am Puck: Der Lette Alberts Smits gab in Augsburg sein Debüt für den EHC. © Red Bull/City-Press

Augsburg – Es geht Schlag auf Schlag in der DEL: Mittwoch, Freitag, Sonntag. Der EHC Red Bull München erwartet zum Abschluss der ersten Woche nach der fast einen Monat langen Unterbrechung für die Olympischen Spiele Spitzenreiter Kölner Haie – und er ist gemäß seinen Ergebnissen gut aus der Pause gekommen. Dem 4:0 gegen Ingolstadt ließ er einen weiteren Derbysieg folgen. In Augsburg gelang trotz einiger Ungenauigkeiten in der Abwehr ein 4:2 (0:0, 3:1, 1:1).

Kurz vor Hauptrundenschluss wird in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) noch fleißig transferiert, die Teams besetzen die letzten ihrer elf verfügbaren Importstellen. Auf diese Weise füllte auch der EHC München seinen Kader auf, mit der Vergabe der noch freien Lizenz gelang dem Club ein Coup – zumindest für den Moment. Der Lette Alberts Smits ist eine der heiß gehandelten Aktien für den NHL-Draft Ende Juni in Buffalo, auf allen relevanten Scoutinglisten steht er unter den ersten zehn bei den Feldspielern seines Jahrgangs. Das heiß: Er wird in der ersten Runde von einem NHL-Club gezogen werden und nächste Saison dann wohl auch schon in Nordamerika spielen.

Der 18-jährige Verteidiger verließ seinen bisherigen Verein, Jukurit Mikkeli, Vorletzter der finnischen Liga. In der DEL wird er Playoffs spielen und sich eine Bühne schaffen können, mit William Worge Kreü kam ein weiterer Abwehrspieler von Jukurit, in Deutschland unter (in Mannheim). Smits, der für Lettland in dieser Saison die U20-Weltmeisterschaft und das Olympia-Turnier bestritt, gab in Augsburg sein Debüt für den EHC München. Er spielte an der Seite von Ryan Murphy, der bei den Münchnern in die Kategorie „Künstler“ (Sportchef Christian Winkler) fällt und bei seinen gelegentlichen Ausschlägen einen Spieler mit Realitätssinn neben sich braucht. Smits spielte aufmerksam, er war sichtlich bedacht, immer rechtzeitig zu wechseln und in den Zweikämpfen zu bestehen.

Ab dem zweiten Drittel wurde Smits offensiv aktiver, das hatte freilich auch damit zu tun, dass seine Mannschaft besser ins Spiel kam. Die ersten 20 Minuten hatten – der Expected-Goals-Wert von 1,63 zu 0,58 zeigte es an – mehr den Panthern gehört. Die traten zwar weiter die eine oder andere wütende Angriffswelle auf das Münchner Tor los, doch der EHC war im Abschluss ruhiger und smarter. Er spielte zweimal ein Powerplay aus (durch Murphy zum 1:0 und Markus Eisenschmid zum 3:1), zudem traf etwas kurios Jeremy McKenna zum 2:0. Gut beschäftigt war Münchens Tormann Antoine Bibeau, der auch im zweiten Match nach der Olympiapause von Vorzug vor Mathias Niederberger bekam, der Kanadier zeigte einige starke Paraden, musste sich im Mittelabschnitt lediglich Moritz Elias in Münchner Unterzahl geschlagen geben (1:2, 30. Minute).

Die Quasi-Entscheidung im ausverkauften Curt-Frenzel-Stadion (unter den 6179 Zuschauern der ehemalige Leiter der AEV-Laufschule, Ernst Baumgartner, der seinen 103. Geburtstag feierte) besorgte Tobias Rieder, der einen Augsburger Fehlpass voraussah und zum 4:1 verwertete (48.). Auf diesem Polster konnte der EHC einen zweiten Panther-Treffer (Kunyk, 50.) verkraften.

Ein privates Derby trugen noch EHC-Kapitän Hager und Augsburgs Ryan Button (Ex-Münchner aus) – dieses Ringen ging an die Panther.GÜNTER KLEIN

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