Famoser Aicher-Triumph in Soldeu

von Redaktion

Ski-Ass deklassiert die Konkurrenz – Baumann beendet Karriere nach Kandahar-Abfahrt

Ein letztes Winken als Skirennfahrer: Romed Baumann (40) fuhr in Garmisch sein letztes Rennen. © Hildenbrand/dpa

Aicher oben auf: Die 22-Jährige gewann am Samstag den Super-G und sprang auch am Sonntag aufs Podest. © Trovati/dpa

Soldeu – Die Olympischen Spiele sind vorbei, doch Emma Aicher macht einfach weiter Emma-Aicher-Dinge. Nun eben im Weltcup. Vierte, Erste, Zweite – nach den drei Rennen in Soldeu (Andorra) mischt die 22-Jährige sogar im Kampf um den Gesamtweltcup mit. Mit nur noch 219 Punkten Rückstand auf Mikaela Shiffrin (USA) geht die zweifache Olympia-Zweite von Cortina in die verbleibenden neun Rennen – fünf davon werden in Abfahrt und Super-G ausgetragen.

Und die Speed-Disziplinen sind für Aicher Punktegaranten. Im ersten von zwei Super-G in den Pyrenäen deklassierte sie die Konkurrenz: 0,88 Sekunden lag sie bei ihrem fünften Weltcup-Sieg vor Alice Robinson aus Neuseeland – und keine war davon mehr überrascht als sie selbst: „Ich finde nicht, dass ich es voll durchgezogen habe, aber es hat ja auch so gepasst.“

Einen Tag später war dann nur Sofia Goggia aus Italien schneller. Mit dem zweiten Rang, dem zehnten Podium ihrer Karriere, war sie allerdings „auch sehr zufrieden“, eine paar „kleine Fehler“ hätten sie eingebremst. Zu Goggia fehlten ihr 0,24 Sekunden.

Nicht ganz so gut lief es für Kira Weidle-Winkelmann, mit der Aicher in Cortina d‘Ampezzo gemeinsam Silber in der Team-Kombination gewonnen hatte. Elfte, Siebte und 14. – die 30-Jährige hatte gemischte Gefühle: Es ist „immer auch ein großer Fehler zu viel“ dabei, aber die „Grundform passt schon“.

Aicher dagegen war nach ihren drei Rennen „sehr zufrieden, es war ein sehr gutes Wochenende“. Nächste Station im Weltcup ist nun das Val di Fassa, dort sollen ab Freitag zwei Abfahrten sowie ein Super-G gestartet werden – womit auch die große Kristallkugel ins Blickfeld rückt. Aicher mag nicht über ihre kleine Chance auf den Gesamtweltcup nachdenken, aber Tatsache ist: Die kleine Chance ist da, zumal Shiffrin wohl auf die Speed-Disziplinen verzichten wird.

Aicher aber macht sich wie üblich keinen Kopf: „Ich fahre nicht besser oder schlechter mit Druck von außen, ich versuche das auszublenden. Das hat ganz gut funktioniert diese Saison, das werde ich weiter so machen“, sagte sie in der ARD.

Deutsche Männer enttäuschen

Bei den Männern baute Marco Odermatt mit seinem Abfahrtssieg am Samstag in Garmisch-Partenkirchen seinen Vorsprung in Disziplin- und Gesamtwertung aus. Währenddessen herrschte bei den Deutschen im Zielauslauf der Kandahar-Piste Frust. Simon Jocher landete bei seinem Heimrennen vor 5000 Zuschauern nur auf dem 37. Platz. „Einfach schlecht“ fand der 29-Jährige seine Fahrt. „Das ist peinlich. Ich bin sehr, sehr sauer auf mich selbst.“

Für den 40-jährigen Romed Baumann standen die Zeichen auf Abschied. Als der Routinier bei seiner 167. und nun auch letzten Abfahrt im Weltcup in große Schwierigkeiten geriet, ging er kein Risiko mehr ein. Er bremste ab, verließ die „Kampflinie“ und ließ es danach austrudeln. Nach der Nebel-Absage des Super-G am Sonntag machte es der gebürtige Tiroler, der seit 2019 für den deutschen Verband fuhr, offiziell: Karriereende nach 22 Jahren und 387 Starts im Weltcup – darunter eben 167 in der Königsdisziplin, so viele hat sonst keiner.

„Die Entscheidung ist gereift, und es hat sich richtig angefühlt, dass ich das in Garmisch mache“, sagte Baumann. Er betonte, es gehe „nicht um die fehlende Motivation“, eher um die „Bereitschaft“, sich am Limit zu bewegen. Das sei ihm nicht mehr gelungen. Jetzt will er Trainer werden.SID

Artikel 1 von 11