Kimmich grüßt die Kritiker

von Redaktion

Traumassist und Sahnetor nach Formdellen-Diskussion: „Ein Profi wie kaum ein anderer“

Kimmichs Torjubel in Richtung Kritiker. © Imago

Sonntagsschuss am Samstag: Kimmichs 3:2. © Imago

München – Als Joshua Kimmich am Samstagabend in die überraschend kalte Dortmunder Nacht spazierte, war es gerade eine Woche her, dass er sich selbst hatte verteidigen müssen. Beim 3:2 gegen Frankfurt war der 31-Jährige mit einem fatalen Pass bekanntlich schuld am späten Anschlusstreffer gewesen, beim selben Ergebnis im Klassiker beim BVB nun ein Held des FC Bayern. Sein Grinsen war groß, als er sich vor den Mikrofonen zwischen den geparkten Mannschaftsbussen positionierte – und sprach Bände: So schnell kann es gehen.

Der passgenaue Chipball auf Serge Gnabry vor dem 1:1 (54.)? Der Sonntagsschuss mit links zum 3:2 und somit dem „wichtigen Sieg“ (87.)? Kimmich war oft im Mittelpunkt. Schon in den Katakomben hatte sich Sportdirektor Christoph Freund an den Kapitän gewandt und ihm gesagt: „Das ist für dich ein Stadion für die besonderen Tore.“ Im Mai 2020, zu Corona-Zeiten, hatte er per Lupfer für den Siegtreffer gesorgt (1:0), diesmal schlug Kimmich erneut im ausverkauften Signal Iduna Park zu. Freund schmunzelte, als er sagte: „Der hebt sich das wohl auf.“ Aber Spaß beiseite: „Das war ein Traumtor – und noch dazu so ein wichtiges.“

Der Jubel bei Kimmich war groß, er steckte seine Teamkollegen an. Denn auch wenn er es nicht offiziell zugab: Er selbst hat nach Spielen wie diesen ein besseres Gefühl als nach einigen anderen in den vergangenen Wochen. Zweikampfwerte und Ballstatistiken haben eine kleine Formdelle ans Licht gebracht, Freund erklärte: „Jo hatte eine Verletzung im Herbst – er will ja immer spielen. Aber er hat nie voll trainieren können, war nicht im Rhythmus.“ Der Regisseur musste sich durchbeißen und fühlt sich jetzt wieder richtg fit. Sogar Niko Kovac sagte: „Weltklasse.“

Kimmich nahm das gerne an. Und irgendwie hatte er ja schon unter der Woche so eine Vorahnung gehabt. „Ich habe den linken Fuß gestern noch trainiert“, sagte er und verriet auch, dafür von den Kollegen „ein bisschen verspottet“ worden zu sein. Tja. So was ist ihm egal, er ist „ein Profi, wie es ihn selten gibt“ (Freund). Und deshalb nahm er das breite Grinsen auch mit in den Bus.HANNA RAIF, PHILIPP KESSLER

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