Szene, die die Gemüter erhitzte: Schlotterbeck trat Stanisic übel um. © x
Dortmund – Mit der Kapuze auf dem Kopf stand Nico Schlotterbeck noch vor dem Signal-Iduna-Park, als seine Teamkollegen schon lange weg waren. Es gab viel zu besprechen, denn der Nationalspieler hatte dieses 3:2 des FC Bayern gegen Dortmund schließlich geprägt wie kein Zweiter. Erst ein übler Tritt gegen Josip Stanisic, später ein Schubser, der zum Elfmeter führte: Schlotterbeck war überall. Aber er gab – anders als der Rest des BVB – am Ende sogar zu, dass er Glück hatte, diesen sehenswerten Klassiker über 90 Minuten erlebt zu haben.
„Ich denke, dafür hätte man Rot geben können“, sagte der 26-Jährige zum Zweikampf, der sich in der 18. Minute ereignet hatte. Erst den Ball, dann aber übel das linke Bein des Bayern hatte Schlotterbeck erwischt, Stanisic zeigte später sogar die Kratzer und sagte: „Die Rote Karte soll die Spieler schützen.“ Man hatte Schlimmstes befürchtet in der Szene, die nach Ansicht von Christoph Freund „im Standbild klar Rot“ war und im Video mindestens „Dunkelgelb“. Aber Stanisic ließ sich nur kurz behandeln, schüttelte sich – und drückte dem hitzigen Spiel seinen Stempel auf.
Er suchte den Weg nach vorne – und ein Zufall war es auch nicht, dass er den Elfmeter rausholte, der die Bayern zwischenzeitlich in Front brachte. „Drauf reingefallen“ sei Schlotterbeck, sagte er; die Berührung war marginal, aber sie war da. Und so bekam Stanisic später ein Sonderlob. Christoph Freund sagte: „Er wird fußballerisch immer besser, traut sich immer mehr zu. Er ist ein Führungsspieler, ein ganz wichtiger Faktor.“ Worte, die runter gehen wie Öl.HLR, PK