Die Plakatierung der Wege zum Bus ist in Dortmund bis ins Detail durchdacht. In wunderbaren Schwarz-Weiß-Aufnahmen wird vor den Katakomben des Signal Iduna Parks an die großen Triumphe der Vereinsgeschichte erinnert; hier eine Meisterschale, dort ein DFB-Pokal, viel Freude und Jubel. Aber weil dieser Klassiker halt ausging, wie er ausging, war der Anblick für die Dortmunder einfach nur bitter. Ein Bayern nach dem anderen ging an den Bildern vorbei – und jedem war bewusst, dass sich am Erscheinungsbild der „Wall of Fame“ bis zum nächsten Duell der vermeintlich besten deutschen Teams nichts ändern wird.
Das Aus im Pokal-Achtelfinale war bitter, der K.o. in den Champions-League-Playoffs vergangene Woche gegen Bergamo schmerzt noch mehr – und obendrein kommt seit Samstagabend die Gewissheit, dass auch der Traum von der ersten Meisterschaft seit 2012 ausgeträumt ist. Auch wenn es rechnerisch möglich bleibt, glaubt in dieser vom Überteam aus München dominierten Liga niemand mehr an das Wunder des BVB. Mal wieder nicht. Weil die Bayern zu gut und – auch das ist nichts Neues – die Dortmunder in den entscheidenden Momenten nicht da sind.
Es hat davon in den letzten Wochen zwei gegeben. Ein Sieg in Leipzig – und Bayern wäre mit sechs statt acht Punkten Puffer angereist. Ein Sieg in diesem sehenswerten direkten Duell – und es wären jetzt nur noch drei. Alles genauso hypothetisch wie die ewig selbe Leier: Die Konkurrenz muss da sein, wenn Bayern schwächelt. Bayern ist unter Vincent Kompany in Summe zu stark – und ein Überteam wie Leverkusen 2024 nicht in Sicht.
Was von diesem Abend bleibt, ist die Gewissheit, dass die Besten den Branchenprimus immerhin noch ärgern können. Über 90 Minuten war das Tospiel die „Werbung für die Bundesliga“, von der alle Beteiligten am Ende sprachen. Seit dem Schlusspfiff aber ist es genau das Gegenteil. Diejenigen, die es mit den Bayern halten, werden den Weg zum 35. Triumph weiterverfolgen, der Rest abschalten. Selbst die schönsten Bilder sind nicht mehr so spannend, wenn immer dieselben jubeln. So sehr sie es sich verdient haben.