Dranbleiben, Löwen!

von Redaktion

Stolpergefahr? Gegner Aue angeschlagen – Kauczinski: „Jetzt heißt‘s: Bock haben!“

Weißblaue Sturmpfeile: Sigurd Haugen mit Justin Steinkötter, der in Hoffenheim ein Abseitstor bejubelte. © Sampics / C. Pahnke

München – Was jetzt kommt, wissen erfahrene Löwen-Fans ganz genau. Die Ausgangslage: drei Siege in Folge, Punktrekord nach 26 Spieltagen, der Abstand zur Aufstiegszone kein Mariannengraben mehr. So viel zum weiß-blauen Höhenflug. Dagegen die Momentaufnahme des Gegners aus dem Erzgebirge: 2026 noch sieglos, Vorletzter in der Rückrundentabelle. Trainerwechsel verpufft. In Aue herrscht Panik, dass das Kapitel Profifußball nach 23 Jahren enden könnte. Ergo: ein typisches Spiel, von dem 1860-Kassandras sagen: Kann eigentlich nur schiefgehen. Schiefgehen im negativen Wortsinne, versteht sich.

Genau an diesem Punkt setzte Markus Kauczinski bei der PK am Montag an. Drei Siege am Stück seien schön, aber kein Grund, die Basics zu vergessen. „Das müssten wir jetzt selber kapiert haben, ohne dass ich immer die gleiche Platte abspielen muss“, sagte der 1860-Coach – und wurde deutlich: „Wer jetzt nicht motiviert ist, dem kann ich auch nicht helfen. Ich habe aber das Gefühl, dass es die Mannschaft kapiert hat, dass sie heiß ist – ohne dass ich 20-mal den Vortänzer spielen muss.“ Nach der zwischenzeitlichen Passivität in Hoffenheim war die Video-Analyse entsprechend klar: als Block verteidigen, straff bleiben – nicht wieder in jene Lässigkeit verfallen, die bei 1860 schon so manchen Lauf abrupt beendete.

Der Gegner? Tabellenplatz 17. Angeschlagen und daher gefährlich. „Aue ist eine Mannschaft, die gut Fußball spielen kann, die individuell starke Leute hat“, warnte Kauczinski. Zum Beispiel Marcel Bär. Der Ex-Löwe hat nach Verletzung wieder Rhythmus aufgenommen, im neuen Jahr schon dreimal getroffen. „Er ist ein gefährlicher Mann vorne“, sagte Kauczinski knapp. In Giesing weiß man, wie solche Geschichten laufen. Oder wie ein jubelnder Julian Guttau aussehen kann – noch so ein Ex-Löwe mit möglicher Sondermotivation.

Verzichten muss 1860 neben den Langzeitverletzten auf die gelbgesperrten Philipp Maier und David Philipp. „Je weniger Spieler ich habe, desto weniger Entscheidungen muss ich treffen“, kommentierte Kauczinski trocken. Für Maier dürfte Damjan Dordan in die Startelf rücken, für Philipp Justin Steinkötter. Beide haben beim 2:1 in Hoffenheim auf sich aufmerksam gemacht, brachten Energie und Mut ins Spiel. Mit Dordans Entwicklung sei er „sehr zufrieden“, sagte der 1860-Coach: „Sollten wir in der Konstellation mit zwei Sechsern bleiben, ist er die erste Option.“ Und sollte vorne die Wahl nicht auf Steinkötter fallen, könnte auch für Maxi Wolfram „eine Tür aufgehen“.

Auf freie Tage verzichtet Kauczinski in der ersten Englischen Woche des Jahres. Um Training geht es dabei weniger, mehr um das Schärfen der Sinne. Nach 16 Spielen unter seiner Leitung weiß er, wie das Team charakterlich beschaffen ist. Einwandfrei eigentlich, doch mit Blick auf die Tiefpunkte Regensburg (0:4) und Stuttgart (1:2) sagte er in Hoffenheim: „Vielleicht schadet es nicht, wenn sie manchmal einen Tritt in den A… bekommen.“

Das war sein Befund am Freitag. Mit Milde in der Stimme sagte er am Montag: „Jetzt heißt es abrufen – und Bock auf jedes Spiel haben!“ Damit sich die Kassandras nicht bestätigt fühlen.ULI KELLNER

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