In der Musiala-Karl-Zwickmühle

von Redaktion

Beide brauchen Spielzeit beim FCB, um sich für den WM-Kader zu empfehlen

Musiala (li.) und Karl – Kollegen und Konkurrenten? © Simon/Imago

München – Hinten anstellen, bitte. Seit dem Comeback von Jamal Musiala bekommt Lennart Karl beim FC Bayern weniger Einsatzzeit. Das könnte sich auf die WM-Chancen des Shootingstars auswirken. „Lennart hatte eine super-stabile Zeit. Jetzt struggelt er gerade so ein bisschen – auch, weil ein Jamal Musiala wieder fit ist und dann häufig auch Einwechselzeit von ihm bekommt. Das ist völlig klar“, sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann im „Kicker“ und fügte an: „Trotzdem ist er natürlich ein interessanter Spieler.“

Der 38-Jährige habe „nicht den Anspruch, dass er Stammspieler wird, um dann bei der WM dabei zu sein. Denn das wird er nicht. Aber er muss schon einen gewissen Rhythmus sammeln, bei jungen Spielern geht es viel ums Selbstvertrauen.“

Wenn Karl beim Mega-Turnier im Sommer dabei sein möchte, müsse er eine weitere Bedingung Nagelsmanns erfüllen: „Er darf nicht zu uns kommen und dann die graue Maus sein, sondern er muss diese jugendliche Frische und das Freche reinbringen. Sonst kann ich auch einen Erfahrenen mitnehmen, der verlässlich seinen Stiefel spielt.“

In der Hinrunde spielte sich Karl mit starken Leistungen in die Startelf des FC Bayern. Während dieser Phase verzichtete Nagelsmann auf eine DFB-Nominierung. Seit dem Jahreswechsel kommt das Offensiv-Juwel allerdings schwerer in den Rhythmus – weil auch Musiala nach seinem Unterschenkelbruch im vergangenen Sommer wieder über Spielzeit aufgebaut werden soll. Ein schwieriger Spagat für FCB-Trainer Vincent Kompany.

Musiala wurde beim 3:2 am vergangenen Samstag gegen den BVB in der 62. Minute für Serge Gnabry eingewechselt. Karl hingegen schmorte nur auf der Bank. „Ich verstehe, dass der Verein ein Interesse hat, dass Musiala spielt, aber wenn wir jetzt nach Leistung gehen, kann man auch sagen: Naja, eigentlich in dem unheimlich wichtigen Spiel gegen Dortmund muss Lennart Karl kommen vor Musiala, weil er einfach von der Leistung her auf einem anderen Level ist“, meinte Sky-Experte Didi Hamann, der Musiala in die Pflicht nimmt.

„Er ist der Michael Jordan von Bayern München. So wird er bezahlt. Ich frage mich, wann er der Mannschaft wieder helfen wird oder helfen will“, so der Ex-Bayern-Profi weiter.P. KESSLER

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