ZUM TAGE

Selbstbewusst zu neuem Leben erweckt

von Redaktion

Frankfurt unter Coach Albert Riera

In Frankfurt hat sich nach dem manierlich herausgespielten 2:0-Erfolg gegen den Rivalen aus Freiburg endgültig eine gewisse Aufbruchstimmung breitgemacht. Die Schwere ist verflogen, das Licht hat das Dunkle verdrängt – da passt das Metaphorische zum realen Prima-Klima. Und wie es so Usus ist bei der Eintracht, geht der Blick nun direkt wieder in die andere Richtung. Frei nach dem Motto: „Platz sieben ist schon erobert, mal kurz durchgerechnet, ah ja, Bayer Leverkusen ist nur noch sechs Punkte weg. Die krallen wir uns auch noch.“

Das ist überzeichnet, klar, aber so tickt man eben im immer groß und manchmal noch größer denkenden Frankfurt. Zumal die kommenden Gegner allesamt der Kategorie Kellerkinder zuzurechnen sind: St. Pauli, Heidenheim, Mainz, Köln, Wolfsburg. Vorstandssprecher Axel Hellmann würde nun dennoch keinesfalls zur Jagd auf Leverkusen oder sonstwen blasen. Das wäre auch absoluter Unsinn.

Für die Eintracht geht es in dieser so turbulenten Saison aktuell nicht um Tabellenplätze, sondern darum, den Status quo auf dem Fußballfeld zu bewahren. Will sagen: die Tugenden und den Stil, den die Mannschaft zuletzt zeigte, zu konservieren, jetzt nicht nachzulassen oder zu glauben, man hätte etwas erreicht. In Frankfurt können Stimmungen schnell kippen, eine Niederlage am kommenden Sonntag beim FC St. Pauli wäre da schon ein herber Dämpfer. Insofern ist es an Trainer Albert Riera seine Mannschaft so vorzubereiten, als wäre jedes Spiel das letzte, als wäre jedes Spiel ein Finale. Dem Spanier ist das zuzutrauen. Das, was er in kurzer Zeit aus dem völlig verunsicherten Team herausgeholt hat, ist beachtlich.

Dabei ist er nicht mit offenen Armen, sondern mit Skepsis und zuweilen unverhohlener Ablehnung empfangen worden. Einem Albert Riera ist so etwas natürlich egal, der Mann ist maximal selbstbewusst und von sich überzeugt. Und überträgt das auf die Mannschaft. Er redet die Spieler stark, gibt jedem Relevanz; er gibt eine klare Struktur vor, lässt sich und dem Team aber in dem vorgegebenen Rahmen auch Möglichkeiten der Entfaltung, seine (durchaus gewagten) taktischen Kniffe verfingen bis jetzt fast immer.

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