Abschiedsszene: Altstar Lubor Dibelka (43, l.) wurde von Riessersee-Geschäftsführer Michael Kreitl geehrt. © Oliver Rabuser
Bad Tölz: Zurückgekehrt nach 0:3-Rückstand: Obwohl für die Tölzer Löwen Oberliga-Rang drei bereits in Stein gemeißelt war, drehte das Team von Axel Kammerer in Stuttgart nach dem ersten Drittel auf und holte sich einen 5:4-Sieg nach Penaltyschießen im letzten Hauptrundenspiel. Die Rebels hätten zwingend einen Sieg gebraucht, um noch eine Chance auf die Pre-Playoffs zu haben. Doch die ersatzgeschwächten Tölzer nahmen darauf keine Rücksicht. Besonders Andreé Hult erwies sich als gnadenlos, brachte die Löwen nicht nur mit zwei Treffern zurück ins Spiel, sondern vollstreckte auch den entscheidenden Penalty als siebter Schütze.
Nun treffen die Tölzer in der ersten Playoff-Runde ab kommenden Sonntag auf die Hammer Eisbären, die sich in der Zwischenrunde der Oberliga Nord durchsetzten. Trainer Kammerer hofft, dass sein Team sich während der Woche regeneriert und die angeschlagenen Spieler aufs Eis zurückkehren. „Wir brauchen alle, um g‘scheit zu trainieren.“NIC
Riessersee: Ein wilder Ritt gegen den EV Lindau bescherte dem SC Riessersee die Teilnahme an den Pre-Playoffs. Sie führten, lagen zurück, gewannen am Ende. In der Blitztabelle wirbelte es die Werdenfelser vom Heimrecht in der Ausscheidung bis ans Tabellenende munter durch. Letztlich entschied ein Kraftakt im Schlussdrittel zugunsten des SCR.
Doch schon am heutigen Dienstag droht dem Altmeister das vorzeitige Saisonende. Denn gleich beim ersten K.o.–Duell in Passau spiegelte sich die verkorkste Saison wider. Ein schwacher Auftritt, behaftet mit dummen Strafzeiten, die der Gegner zu nutzen wusste, führte zur 1:4 Niederlage. „Das Powerplay hat den Ausschlag gegeben“, resümierte Markus Jocher. Der Coach musste zwei weitere U20-Akteure aufbieten, weil neben Goalie Patrick Mühlberger auch Angreifer Quirin Glas-Bader eine Offerte aus Weiden vorzog, sogar noch vor dem vereinbarten Termin am Montag die Kabine räumte. Im Rückspiel braucht es definitiv einen anderen Auftritt, um wenigstens am kommenden Freitag noch einmal hoffen zu dürfen. OR
Peiting: Weiter Selbstvertrauen tanken und mit einem Erfolgserlebnis in die Playoffs gehen. Das hatte sich Lanny Gare für das letzte Hauptrundenspiel des EC Peiting bei den Passau Black Hawks vorgenommen. Der Plan des ECP-Trainers ging jedoch nicht auf, vielmehr ging er komplett schief. Bei den Niederbayern, die noch um das Heimrecht in den Pre-Playoffs kämpften, kassierte seine Truppe mit 1:9 die höchste Saisonniederlage. „Wir hatten schon die Playoffs im Kopf, aber nur Passau war bereits im Playoff-Modus“, konstatierte der Peitinger Coach enttäuscht, um danach den Blick sofort nach vorne zu richten. Als Sechster, weil die insolventen Heilbronner aus der Wertung flogen, bekommen es die Pfaffenwinkler in der ersten K.O-Runde mit den Hannover Indians zu tun, die seit Sonntag als Dritter der Oberliga Nord feststehen. „Die Indians sind klarer Favorit. Wir brauchen uns aber nicht verstecken und werden versuchen sie zu ärgern“, erklärte Gare.RH
Erding: Das Klassenziel haben die Erding Gladiators zwar erreicht – aus der Oberliga Süd gibt es ja bekanntlich keinen sportlichen Absteiger –, aber selbstkritisch stellte Trainer Thomas Daffner fest: „Die Tabelle lügt nicht, wenn du Letzter bist. Auch wann man der beste Aufsteiger seit Jahren ist, wir haben irgendwas nicht so gut gemacht.“ Und in Richtung seines Teams merkte er noch an: „Die Qualität in der Mannschaft ist da – es ist keine Letzter-Platz-Mannschaft – von daher können wir mit der Saison nicht zufrieden sein.“
Die 2:4-Heimniederlage zum Abschluss gegen Füssen war ein Spiegelbild der gesamten Saison. Erding fing stark an, lag 2:0 vorne, verpasste eine höhere Führung und ergab sich in ihr Schicksal. Der Mannschaft fehlte von Beginn an ein echter „Knipser“ sowie ein „Leader“. Und so steht ein großer Umbruch an. Elia Ostwald wurde bereits mit unbekanntem Ziel verabschiedet, Jesse Kauhanen ist in die DEL2 zu Bietigheim gewechselt. Weitere Abgänge sollen folgen.WK