Auch der Nebel stoppt 1860 nicht

von Redaktion

Löwen bezwingen Aue 2:1 – Spiel muss für 15 Minuten unterbrochen werden

Moment mal, da ist doch die Hand im Spiel! Elfmeter für 1860 gab es aber trotzdem keinen. © Simon/Imago

Nebel und Pyrotechnik, keine gute Kombination: Eine mystische Stimmung umgab den Giesinger Berg. © Sonntag/Imago

Schaut her, ihr Löwen, mit dem Kopf habe ich es gemacht: Sigurd Haugen behielt den Überblick. © IMAGO

München – Sie sind nicht zu bremsen. Auch von einer eklatanten Schiedsrichter-Fehlentscheidung, widrigen Sichtverhältnissen und einer 15-minütigen Spielunterbrechung ließen sich die Löwen am Dienstagabend nicht beeinflussen. 2:1-Heimsieg gegen Kellerkind Erzgebirge Aue, der vierte Erfolg in Serie. 1860 mischt plötzlich wieder voll mit im Aufstiegsrennen der 3. Liga, ein kaum mehr für möglich gehaltenes Szenario.

Abtasten? Abwarten? Nichts da. Beiden Teams war von der ersten Sekunde an anzumerken, dass sie dringend Punkte benötigen – unten wie oben. Eine Aue-Ecke nach der anderen segelte in den Anfangsminuten in den Löwen-Strafraum, bis auf einen gefährlichen Kopfball von Luan Simnica hatte 1860 jedoch keine Mühe, den Kasten sauber zu halten. Einmal aus der Umklammerung der Sachsen befreit, durften die Sechzger direkt jubeln. Nach einem feinen Schlenzer von Kevin Volland stand ausgerechnet Startelf-Neuling Maximilian Wolfram (letztmals am 5. Oktober von Beginn an auf dem Platz) goldrichtig und schob zum 1:0 (7.) ein.

Das Problem: „Ausgerechnet“ gab es auch auf der anderen Seite. Plötzlich tauchte Ex-Löwe Marcel Bär im Strafraum auf, bekam den Ball von Max Reinthaler an den angelegten Oberarm und traf mit dem rechten Fuß eiskalt zum 1:1 (12.). Die Sechzger zeigten sich unbeeindruckt – und hatten gleich doppelt Pech. Der Schuss von Siemen Voet aus zwölf Metern wurde an die Latte abgefälscht. Noch bitterer: Aues Marvin Stefaniak hatte den Einschlag mit seinem ausgestreckten Arm verhindert. Die Pfeife von Referee Tom Bauer blieb jedoch stumm, kein Strafstoß für 1860.

In der Pause zog Nebel auf, eine mystische Stimmung umgab den Giesinger Berg. Mit der schwindenden Sicht hatten zunächst vor allem die Gäste zu kämpfen. Gleich dreimal konnten sie hohe Bälle vor dem Tor nicht klären, auch Torhüter Martin Männel irrte planlos umher. Schließlich fand Max Reinthaler Masken-Goalgetter Sigurd Haugen, der die Sechzger per Kopf erneut in Führung brachte (49.).

Die Löwen wieder vorn, die Sicht zunehmend schlechter. Schiri Bauer blieb nichts anderes mehr übrig, als das Spiel zu unterbrechen. Damit nicht genug, die Westkurve entfachte eine spektakuläre Pyroshow, der Mittelkreis war anschließend von der Tribüne aus nicht mehr zu erkennen. 15 Minuten ging nichts mehr, ehe die Partie in der 54. Spielminute fortgesetzt werden konnte.

Wer auf eine entspannte Schlussphase hoffte, wurde enttäuscht. Nachdem der eingewechselte Clemens Lippmann die Entscheidung frei vor Männel verpasste, brannte es im Strafraum der Sechzger lichterloh. Bär tauchte plötzlich völlig alleine im Strafraum auf, jagte den Ball jedoch Richtung Tegernseer Landstraße. Noch verrückter wurde es in der Nachspielzeit: Gleich dreimal kam Aue zum Abschluss, dreimal warfen sich die Löwen heroisch in den Ball – der Sieg.

MARCO BLANCO UCLES

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