Trainer Kompany ist auf Kurs. © Weis/Imago
Serge Gnabry und Joshua Kimmich (re.) gewannen schon 2020 das Triple. © Abaca, Ruiz/Imago
München – Die Meisterschale hat der FC Bayern schon fast in der Tasche. Nach dem 3:2 am vergangenen Samstag gegen Borussia Dortmund beträgt der Vorsprung auf den ersten Verfolger bereits elf Punkte. Auch im DFB-Pokal und in der Champions League ist die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany voll auf Schiene. Kein Wunder, dass schon vom Triple geträumt wird.
„Wir bleiben auch in kritischen Momenten ruhig, stehen noch enger zusammen und fokussieren uns auf unsere Leistung. Ich sehe da aktuell schon Parallelen zur Triple-Sieger-Mannschaft von 2020“, sagt Offensiv-Star Serge Gnabry im Clubmagazin „51“.
Unsere Zeitung zeigt weitere Parallelen zwischen 2020 und 2026.
Trainer: Wie Hansi Flick gilt auch Kompany als Spielerversteher. Als Menschenfänger. Der Belgier gilt als sehr integer, bringt eine gute Mischung aus Autorität und Menschlichkeit mit. Der frühere Kapitän von Manchester City ist nicht zu eng mit den Spielern, aber immer professionell und respektvoll.
Kommunikation: Intern übt Kompany – wenn notwendig – klare Kritik, extern bietet er seinen Spielern aber maximalen Schutz. Wie Flick. Deren Vorgänger Niko Kovac, Julian Nagelsmann und Thomas Tuchel griffen ihre Spieler hingegen auch öffentlich an.
Stimmung: Nach dem Rauswurf von Kovac Anfang November 2019 sehnte sich die Mannschaft nach einem Trainer, der wieder Harmonie bringt. Das gelang Flick. Ähnlich war die Lage nach der titellosen Spielzeit 2024 unter Thomas Tuchel. Auch die Energie damals war extrem negativ. Das hat sich mit der Verpflichtung von Kompany komplett geändert.
Training: Bei Kompany herrscht wie unter Flick bei den Einheiten stets extrem hohe Intensität. Der Belgier hat eine gute Mischung aus Profilen im Trainerteam und Staff. Interessant: Jeder Profi hat einen persönlichen Coach, der ihm aus Kompanys Team zugeordnet wurde. Anhand von Spiel- & Trainingsbeobachtungen bekommen die Stars Feedback von den Assistenten Floribert N‘Galula, René Maric, Aaron Danks oder eben von Kompany. Auch der Supportstaff (u.a. Küche, Medizin) ist extrem fleißig.
Spielidee: Die direkten Vorgänger von Flick und Kompany haben mitunter gegen das Naturell der Mannschaft spielen lassen. Auch Konterfußball war mal Bayern-untypisch gefragt. Bei Flick und Kompany spielen die Münchner dominanten und ansehnlichen Offensivfußball.
Konkurrenzkampf: Wie unter Flick gibt es auch bei Kompany qualitativ hochwertigen Wettbewerb unter den Spielern – ohne Ego und Missgunst, aber mit klarer, nicht allzu steiler Hierarchie. Aktuell gibt es in der Mannschaft viele Freundschaften, aber keine Gruppenbildung.
Sportdirektor: Mit Christoph Freund gibt es aktuell einen sehr guten und präsenten Sportdirektor, der Freude, Arbeitswut und Ruhe gleichzeitig ausstrahlt. 2020 war Hasan Salihamdzic Sportvorstand. Der Bosnier hatte allerdings noch mehr Einfluss auf die Kaderplanung.PHILIPP KESSLER VINZENT TSCHIRPKE