„Die Box-Welt schaut zu uns“

von Redaktion

Überzeugender Sieg: In Oberhausen gewann Agit Kabayel gegen den Polen Damian Knyba. © Helmke/Imago

Der Traum rückt näher. Der Boxverband WBC hat den dreifachen Weltmeister Oleksandr Usyk angewiesen, seinen Gürtel gegen Agit Kabayel zu verteidigen. „Endlich geht es voran“, sagt der Deutsche. Doch vorher kämpft Usyk im Mai gegen Kickbox-Legende Rico Verhoeven, Kabayel sucht noch einen passenden Gegner. Danach soll es endlich zum großen Boxkracher kommen. Unser Interview mit Kabayel über die Marschroute gegen Uysk, Kämpfe in Deutschland und das gesteigerte Interesse.

Agit Kabayel, Sie haben es lange gefordert, nun steht der Kampf gegen Oleksandr Usyk endlich in Aussicht. Was bedeutet das Ihnen?

Gegen Usyk zu kämpfen, bedeutet einerseits, dass die Siege gegen sehr gute Gegner in der Vergangenheit jetzt endlich anerkannt werden. Und auf der anderen Seite auch, dass die Box-Welt jetzt wieder nach Deutschland schaut. Man hat ja gesehen, was beim letzten Event los war. Die Verbände wollen am Ende auch immer da hin, wo man Geld verdienen kann. Das bedeutet ebenfalls, dass viele Zuschauer kommen und dass sie einen Stadion-Kampf machen wollen. Das wäre natürlich eine coole Sache.

Usyk ist ein sehr intelligenter Boxer, mit einer ausgezeichneten Beinarbeit. Worauf wird es gegen ihn ankommen?

Usyk ist einer der Größten im Schwergewicht des Boxsports. Nicht umsonst wird er von vielen gerade als der beste Boxer gewichtsklassenübergreifend weltweit gelistet. Es wird darauf ankommen, mutig in den Kampf zu gehen. Wie immer. Man muss nach vorne marschieren und das Bestmöglich an diesem Tag abrufen. Wenn man nur ein Prozent weniger gibt, kann man nicht gewinnen.

Die Homecoming-Veranstaltung in Oberhausen war ein riesiger Erfolg, Sie haben in der restlos ausverkauften Arena gegen den Polen Damian Knyba gewonnen. Was hat das mit Ihnen gemacht, vor deutschem Publikum zu boxen?

Das Homecoming war ein Wahnsinnsgefühl. Vor dem Kampf beim Einlauf kamen alle Zuschauer zu mir. Da war schon fast zu viel los. Deshalb war meine Leistung in der ersten Runde ein wenig holpriger. Dann war es natürlich megacool zu sehen, welche Fanbase sich in der Zeit nach meinem letzten Kampf aufgebaut hat. Das macht mich auch stolz.

Wie sehen Ihre Pläne für die nächsten Monate aus?

Usyk hat noch einen Kampf dazwischen. Mein Team und ich setzen uns nun zusammen und schauen, ob wir davor noch einen Fight einlegen können. Das hängt natürlich davon ab, was möglich ist. Dann werden wir sehen, wie es weitergeht.

INTERVIEW: PHILIPP KESSLER, NICO-MARIUS SCHMITZ

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