ZUM TAGE

Nagelsmann hat noch jede Menge zu tun

von Redaktion

Noch 100 Tage bis zur WM

In exakt 100 Tagen startet die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in die Weltmeisterschaft und trifft im ersten Gruppenspiel am 14. Juni auf den Underdog Curacao. 100 Tage bleiben den Verantwortlichen um Julian Nagelsmann also noch, um eine Euphoriewelle wie bei der Heim-EM auszulösen und für Aufbruchsstimmung zu sorgen – bislang ist die Stimmungslage bei den 83 Millionen Bundestrainern und DFB-Fans im Land nämlich eher gemischt.

Zu inkonstant und frustrierend war dafür das Länderspieljahr 2025, in dem die Nationalelf zwar die letzten fünf Spiele für sich entscheiden konnte (die Gegner hießen Nordirland, Luxemburg und Slowakei), gegen Topmannschaften wie Portugal und Frankreich aber recht chancenlos blieb.

Dabei hilft es auch nicht, dass Nagelsmann zuletzt in einem Interview potenziellen Hoffnungsträgern wie Said El Mala oder Anton Stach öffentlich die Hoffnung nahm, bei der WM eine ernst zu nehmende Rolle zu spielen oder überhaupt dabei zu sein. Immerhin ehrt es den Bundestrainer, dass er den kommunikativen Weg zu den Fans sucht und seine Entscheidungen erklärt – ihm steht dabei aber ein schwächerer Kader zur Verfügung als bei den vergangenen großen Turnieren einer deutschen Nationalelf (siehe DFB-Text auf Seite 25).

Und auch abseits des Platzes kommen auf den DFB noch große Herausforderungen zu. Keiner hat Lust auf politische Diskussionen vor dem Turnier, so lautet die einhellige Lehre aus der verpatzten WM in Katar. Ganz so leicht wird es mit Blick auf die aktuelle Weltlage aber nicht funktionieren. Zwar verlangt niemand, dass die Nationalspieler oder der Trainerstab des DFB die Krisen der Welt kommentieren oder gar lösen muss.

Die Unberechenbarkeit von Donald Trump, die Aufstände in den amerikanischen Städten und auch die Welle der Gewalt in Mexiko werden aber mit Sicherheit auch im Sommer Probleme abseits des Fußballs zum Thema machen. Auch darauf muss sich der DFB vorbereiten und eine einheitliche Kommunikationslinie entwickeln, die zwischen den ungewollten politischen Diskussionen und der Ignoranz realer Probleme liegt.

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