Pep ließ locker, Vinnie zieht an

von Redaktion

Bundesliga vorbei? Von wegen! Kompany macht‘s anders als Guardiola

Immer schön „in der Bubble bleiben“: Laimer und Stanisic hängen sich im Trainingsspiel gegen Musiala rein. © Philippe Ruiz

Nicht in allen Punkten der Lehrmeister: Kompany und Guardiola. © Chesterton / Imago

Strecken für den maximalen Erfolg: Neuer flog am Donnerstag wieder, die anderen FCB-Stars gaben Gas. © Ruiz (3)

München – Dass Pep Guardiola das gemacht haben soll? „Das wusste ich gar nicht“, sagte Vincent Kompany am Donnerstag. Aber im Jahr 2014, als vom damaligen Bayern-Trainer nach der Blitz-Meisterschaft die Worte „die Bundesliga ist vorbei“ geäußert wurden, war der heutige FCB-Coach ja auch mehr als 1000 Kilometer entfernt von München in Manchester aktiv. Ihn hat nicht gejuckt, was in Deutschland für Gerede gesorgt hat: dass die Bayern plötzlich Punkte ließen – und letztlich auch in der Champions League ausschieden. Und so ist es bis heute geblieben.

Mit elf Zählern Vorsprung geht der Tabellenführer in die letzten zehn Saisonspiele der Bundesliga – aber vor dem Heimspiel an diesem Freitag (20.30 Uhr, Sky) gegen Borussia Mönchengladbach stellte Kompany noch mal klar, dass ein Nachlassen nicht erlaubt ist. „Die Geschichte der elf Punkte ist schon vorbei für mich“, sagte der 39-Jährige. Ein Blick auf die Tabelle nach dem 3:2 in Dortmund habe genügt („Das hat gut ausgesehen“), seit Wochenbeginn aber gilt: „Wir schauen nur auf uns, unsere Punkte, unsere Siege. Diese Mentalität muss bleiben.“ Anders als Pep peppt der junge Coach die Bayern nun erst recht auf. Die Saison ohne Punktverlust zu Ende zu bringen, ist das erklärte Ziel.

Kompany schmunzelte, als er sagte: „Sorry, das ist Klischee.“ Aber es sei halt seine „Lebensart“, und die steht dem FC Bayern gut zu Gesicht. Auch auf dem Platz ist angekommen, dass der Trainer ab sofort zur Rekordjagd bläst. Sowohl die 101 Tore-Marke als auch die 88 Punkte der bisher besten Bayern-Saison sind in Reichweite. In den Einheiten war Zug drin, denn jeder hat Bock auf Gladbach und den Start der heißen Saisonphase. Kompany: „Wir haben den Kader für solche Phasen und sind mental vorbereitet.“ Fast „seltsam“ sei es gewesen, die Sonntage in den vergangenen Wochen Mal „genießen“ zu können.

Damit ist ab sofort Schluss. Nach Gladbach ist vor Atalanta Bergamo, am Montag (16.30 Uhr) hebt die Maschine in Richtung Italien ab. Mit Manuel Neuer, der schon für Gladbach wieder fit ist, und hoffentlich mit Harry Kane, der die Partie am Freitag verpassen wird. Kompany hat freilich in der Kaderplanung beide Partien im Kopf und verriet: „Die, die dabei sind, freuen sich riesig. Es gibt natürlich einige, die hoffen, jetzt kommt mein Moment.“ Lennart Karl, Leon Goretzka, Tom Bischof, Nicholas Jackson – um nur einige zu nennen.

Im ungleichen Liga-Klassiker mit Gladbach – es liegen 38 (!) Punkte und 61 (!) Tore zwischen dem Ersten und dem Zwölften – dürfte rotiert werden. Zwar sei das „mehr Arbeit, aber einfacher“, sagte Kompany. Er vertraut dabei auf seine Intuition – und lässt sich nicht beeinflussen. Das Interview mit dem Bundestrainer, in dem es auch viel um seine Spieler ging, hat er zum Beispiel nicht mal gelesen. Warum? Er hat anderes zu tun – und will „in unserer Bubble bleiben“. Da hat kein Nagelsmann Platz – und nicht mal Guardiola.H. RAIF, V. TSCHIRPKE

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