Kontiolahti/Ruhpolding – Nur wenige Stunden vor dem ersten Biathlon-Rennen nach der Ära Franziska Preuß hat der Deutsche Skiverband (DSV) verkündet, sich mit Preuß‘ Heimatort Ruhpolding für die Austragung der Weltmeisterschaft zu bewerben. Weil sich der DSV aktuell um die nordische Ski-WM 2031 in Oberstdorf bemüht, kommt eine Bewerbung allerdings erst für 2032 oder 2033 infrage.
Es wäre die fünfte WM im bayerischen Biathlon-Mekka – und die erste seit den Magdalena-Neuner-Festspielen vor 14 Jahren. Zum Abschluss ihrer Karriere gewann die damals 25-Jährige zweimal Gold sowie je einmal Silber und Bronze. Der Beschluss für die Bewerbung um ein weiteres Großereignis wurde vor ein paar Tagen vom Chiemgauer Gemeinderat „mit sehr großer Mehrheit gefasst“, wie der DSV mitteilte.
„Das ist ein starkes und wichtiges Commitment für den Biathlonsport in Deutschland. Ruhpolding steht für Qualität, Erfahrung und Begeisterung“, freut sich DSV-Präsident Jörg Flechtner. Hermann Hipf, Präsident des Organisations-Komitees Ruhpolding, spricht von einer großen Chance für die Region: „Eine Weltmeisterschaft setzt nachhaltige Impulse für Infrastruktur, Tourismus und internationale Sichtbarkeit.“
Bis Mai 2028 müssen entsprechende Unterlagen beim Biathlon-Weltverband IBU vorliegen. Ob sich Ruhpolding mit der Chiemgau Arena für die WM 2032 oder 2033 oder sogar für beide bewirbt, hängt davon ab, ob Oberstdorf den Zuschlag für die nordische Ski-WM erhält.
Wer dann aus deutscher Sicht um Medaillen kämpfen könnte, ist beispielsweise Marlene Fichtner. Die 22-Jährige fuhr am Donnerstagabend im Einzel von Kontiolahti mit Platz fünf ihr bestes Ergebnis ihrer Karriere ein. „Ich kann es noch gar nicht fassen“, sagte die fehlerfreie Fichtner im ZDF. „Ich freue mich enorm, dass ich noch einmal die Chance bekomme, mich zu zeigen.“ Im Dezember flog sie aus dem Weltcup-Team, kehrte in Nove Mesto nur zurück, weil die Olympia-Starter ausließen. Am Ende lag sie 1:25 Minuten hinter der siegreichen Schwedin Elvira Öberg (0 Strafminuten), die ihre Schwester Hanna (1) auf Rang zwei verwies. Auch Janina Hettich-Walz lag lange gut im Rennen, hatte sogar das Podest vor Augen, nach zwei Fehlern beim letzten Schießen wurde sie aber auf Rang neun zurückgereicht.AVO