Das Talent soll Dortmund knacken

von Redaktion

Im Abstiegskampf hofft Köln auf Said El Mala – Jungstar spielt auch um seine WM-Chance

Der Bundestrainer schaut hin: Nagelsmann forderte zuletzt mehr Einsatzzeiten für den Jungstar. © Gambarini/dpa

Im Blickpunkt: Der 1.FC Köln hofft auf die Impulse seines jungen Edeltechnikers – doch dem fehlte zuletzt die notwendinge Konstanz. © Becker/dpa

Köln – Dass Lukas Kwasniok den Wunsch des Bundestrainers erfüllt, ist wohl nicht mehr als ein schöner Nebeneffekt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Said El Mala im Duell mit Borussia Dortmund am Samstag (18.30 Uhr/Sky) in der Startelf des 1. FC Köln stehen werde, sei zwar „sehr hoch“, verriet der FC-Coach. Doch das habe mehr mit den aktuellen Trainingsleistungen des Kölner Shootingstars zu tun – und weniger mit den öffentlichen Forderungen von Julian Nagelsmann nach mehr Einsatzzeiten für El Mala.

Für Kwasniok steht der Erfolg der Mannschaft im Vordergrund, und dafür muss er im letzten Saisondrittel endlich die Frage beantworten, „wie wir Said El Mala in das Gesamtkonstrukt einbauen können“, wie der 44-Jährige im Interview mit RTL/ntv betonte. Die Botschaft könnte man auch so übersetzen: Die Qualitäten des Flügelstürmers sind unbestritten groß, der Einfluss aufs Spiel des FC aber nicht konstant genug.

Und selten war das so wichtig wie in diesen Tagen. Als Tabellen-13. liegt Köln nur noch zwei Punkte vor dem Relegationsplatz, der Aufsteiger hat lediglich zwei Siege aus den vergangenen 15 Spielen geholt. El Mala, ohne jeden Zweifel der begnadetste Spieler im Kölner Kader, rotiert zwischen Startelf und einer Rolle als Joker. Was auch individuell zum Problem werden könnte. Um seinen Traum von einer Nominierung für die WM im Sommer in den USA, Mexiko und Kanada zu erfüllen, braucht er mehr Spielzeit und vor allem Konstanz, das hat Nagelsmann jüngst im kicker-Interview nochmals verdeutlicht.

Kwasniok kann darauf keine Rücksicht nehmen, er entscheidet situativ und vom Gegner abhängig. Am Samstag wird der BVB wohl vermehrt den Ball haben und seine Mannschaft mit Verteidigen und Umschalten beschäftigt sein, da kann El Mala entscheidende Impulse setzen. Das weiß sogar der Gegner. El Mala habe in diesen Bereichen „Fähigkeiten, die es in der Bundesliga nicht allzu oft gibt“, sagte Dortmunds Trainer Niko Kovac bei Sky. Seine Mannschaft müsse in jedem Fall Lösungen finden, um den schnellen und bemerkenswert dribbelstarken Außenspieler zu stoppen.

Kwasniok gibt sich trotz des steigenden Drucks im Abstiegskampf gelassen. Das Team sei nach seiner Ansicht „zu gut, um am Ende das Ziel nicht zu erreichen“, sagte der Trainer. Er spüre „diese Woche wieder im Training zu 100 Prozent, dass die Jungs daran glauben und diese Vision haben, tatsächlich diesen Samstagabendfluch zu brechen“. Bereits zum siebten Mal ist der FC im sogenannten Topspiel angesetzt, die bisherigen sechs Auflagen gingen allesamt verloren.

El Mala selbst wiederum hält sich mit öffentlichen Äußerungen zurück, er will lieber mit Leistung überzeugen. „Der Junge ist total gewillt, sich zu verbessern in ganz, ganz vielen Elementen“, sagte Kwasniok: „Es wäre auch fatal, wenn er es nicht tun wollen würde, weil man mit 19 logischerweise nicht perfekt ist.“SID

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