Niko Kovac © Inderlied/DPA
Dortmund – Der FC Eddersheim aus Hattersheim am Main veröffentlicht bei Facebook jeden Montag seinen Motivationsspruch der Woche. Diesmal: „Dein Körper kann alles. Es ist nur das Gehirn, das du überzeugen musst.“ Das passt zur Lage, denn der kleine Tabellenzweite aus der Oberliga Hessen ist der einzige Verein in den ersten fünf deutschen Fußball-Etagen (also in insgesamt 21 Ligen), der in der Tabelle noch einsamer dasteht als Borussia Dortmund. Mit sieben Punkten nach oben und zwölf nach unten.
Der BVB, ebenfalls Tabellenzweiter, elf Punkte nach oben, sechs nach unten, braucht keine milchigen Motivationskacheln mit Goldpokal im Hintergrund – er hat Niko Kovac. „Wir haben Ziele!“, betont der Trainer auch nach der Niederlage im Bundesliga-Gipfel gegen den FC Bayern (2:3) energisch. „Ich möchte schnell in die Champions League. Die Spannung darf nicht entweichen, dafür sorgen wir schon.“ Es ist nur das Gehirn, das du überzeugen musst…
Dass die Meisterschaft gelaufen ist, gleichzeitig die erneute Qualifikation für die Königsklasse höchst sicher erscheint, mag für den Kopf ein Nachteil sein. Andererseits gibt die ungewohnte Ruhe dem BVB Gelegenheit, wichtige, weitreichende Entscheidungen zu treffen. Und zwar sehr bald.
Da ist zum Beispiel die Frage, was Nico Schlotterbeck tun wird. Sein Torjubel am Wochenende mit den Fans lässt 100-prozentige Identifikation vermuten – andererseits will der Nationalspieler „irgendwann auch einmal was in der Hand halten“, das hat er zuletzt erneut gesagt. Dies geht anderswo wahrscheinlich besser. Sein einziger Profi-Titel? Der Sieg bei der U21-EM 2021.
Die Dortmunder werden sich für Schlotterbeck finanziell bis zur Decke strecken. „Wir sind dabei, es gibt noch keine Entscheidung“, sagt Sportchef Lars Ricken: „Das ist ja eine ganz entscheidende Sache für seine Karriere. Das braucht ein bisschen Zeit.“ Da Großverdiener Niklas Süle (bis zu 14 Millionen Euro jährlich) den Verein am Saisonende verlassen wird, könnte erheblicher Bedarf in der Innenverteidigung entstehen – zumal Emre Can mit einem Kreuzbandriss lange ausfällt. Der Vertrag des Kapitäns läuft aus, der BVB wird Can aber nicht hängen lassen, das hat Ricken bereits angekündigt.
Keinen Vertrag über das Saisonende hinaus besitzen auch Julian Brandt (Verlängerung wahrscheinlich) und Salih Özcan (Trennung steht bevor). Ins letzte Vertragsjahr gehen im Sommer Karim Adeyemi, Marcel Sabitzer und Ramy Bensebaini.DPA