Hält der Höhenflug?

von Redaktion

Schlotterbeck steht sinnbildlich für den Augsburger Aufschwung

Vorne gefährlich: Alexis Claude Maurice (li.) bringt Augsburgs Angriff in Schwung. Hier feiert er mit Marius Wolf. © Ruiz

Retter in höchster Not: Abwehrchef Keven Schlotterbeck hat seinen Anteil an den jüngsten Augsburger Erfolgen. © Martin/Imago

Augsburg – Im aktuellen Höhenflug des FC Augsburg lächelte der Kapitän sein Fast-Eigentor ganz locker weg. Keven Schlotterbeck steht beim schwäbischen Fußball-Bundesligisten sinnbildlich für den Aufschwung, der den FCA nach weitestgehend entledigten Abstiegssorgen noch weiter nach vorne bringen soll.

„Träumen soll man ja nicht so viel. Aber ich bin immer ein Optimist. Wir möchten angreifen“, sagte der Abwehrchef. Nach dem 2:0 gegen den 1. FC Köln rechnen sich die Augsburger auch am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei RB Leipzig etwas aus.

Man wolle in Leipzig angreifen, verkündete Schlotterbeck, wenngleich er vor der RB-Qualität warnte. Die bekamen die Augsburger beim 0:6 im Hinspiel in ganzer Härte zu spüren. „Es ist aber nicht so, dass wir uns verstecken brauchen gerade. Wir sollten mit breiter Brust dahin fahren“, sagte Schlotterbeck.

Nur der designierte Meister FC Bayern und der Tabellenzweite Borussia Dortmund holten so viele Rückrunden-Punkte wie der FCA. Das internationale Geschäft ist zumindest in Sichtweite.

„Ich glaube, das hätte jeder von uns unterschrieben, wenn wir auf die Rückrundentabelle schauen, beziehungsweise auf die Vorrundentabelle. Klar ist auch, jetzt ist erst einmal ein Polster da, aber wir wollen uns nicht zurücklehnen“, sagte der 28-Jährige. „Wenn man sechs Wochen zurückblickt, dann hat jeder über den Abstieg gesprochen. Da haben wir jetzt mal so ein bisschen das Gegenteil bewiesen, dass wir einfach auch eine stabile Mannschaft sind.“

So stabil, dass beim Sieg gegen Köln auch ein 1:0-Vorsprung in der Nachspielzeit mit Glück, Geschick und Gemeinsamkeit verteidigt werden kann. Schlotterbeck rettete erst ziemlich cool mit der Brust auf der Linie, sein Klärungsversuch ging dann aber ordentlich schief und zwang Torhüter Finn Dahmen zu einem Wahnsinns-Reflex.

„Finn hat zu mir gesagt, er glaubt, ich bin der einzige Spieler, der den Ball da mit der Brust noch annimmt“, berichtete Schlotterbeck vom erstaunten DFB-Torhüter, „und ich habe gesagt, deswegen vertraue ich dir, weil du rettest mich, wenn ich Scheiß’ baue.“

Schlotterbeck hat als Kapitän für den verletzten Jeffrey Gouweleeuw eine tragende Rolle in der Mannschaft übernommen. Unter Trainer Manuel Baum hat der frühere Freiburger seinen Stammplatz aktuell sicher.

„Bei ihm kamen viele Sachen zusammen und deswegen führt er die Mannschaft aktuell auf dem Platz“, sagte Coach Baum. Es sei immer gut, wenn der Kapitän auf einer Position spiele, von der er eine gute Übersicht habe. Dazu sei es wichtig, dass er kommunikativ sei und „eine gewisse Persönlichkeit dann auf dem Platz hat“. Das ist bei Schlotterbeck gegeben.DPA

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