Tadej Pogacar © Belga/DPA
Siena – Tadej Pogacar blickte sich einmal kurz um, dann trat er mit voller Wucht in die Pedale und startete am Monte Sante Marie seinen ikonischen Angriff. Das legendäre 81-km-Solo des Slowenen bei den Strade Bianche ließ 2024 alle Beobachter mit einem ungläubigen Staunen zurück. Und weil sich Pogacar ein Jahr später auf den Schotterstraßen der Toskana auch von einem Sturz nicht aufhalten ließ, greift der Weltmeister am Samstag (Eurosport/ab 14.25 Uhr) nun nach dem Titel-Hattrick.
„Ich freue mich, wieder selbst dabei zu sein und endlich Rennen zu fahren“, sagte Pogacar.
Für die Konkurrenz dürfte sich das anhören wie eine Drohung. Der viermalige Gewinner der Tour de France, der Radsport-Dominator der vergangenen Jahre, der legitime Nachfolger des „Kannibalen“ Eddy Merckx, er ist nach einer längeren Winterpause ausgeruht – und heiß auf eine abermals erfolgreiche Klassikersaison.
Insgesamt dreimal hat er bei den Strade Bianche schon triumphiert. Auch 2022 hatte Pogacar nach einer Attacke 49 km vor dem Ziel keiner mehr folgen können. Nun also fiebert die Toskana der 20. Ausgabe des sogenannten „Neo-Klassikers“ entgegen.
Die Strecke wurde dabei im Vergleich zum Vorjahr ein klein wenig entschärft. „Nur“ 64,1 km lang müssen sich die Fahrer in diesem Jahr über Schotter quälen, 2025 waren es noch 18 km mehr gewesen. Zudem rollen die Profis diesmal bereits nach 203 km in der malerischen Altstadt von Siena ins Ziel.
Pogacar, der im Juli seinen fünften Tour-Sieg angreifen will, dürfte das alles kaum tangieren. Und auch der bittere Ausfall seines treuen Helfers Tim Wellens im Team UAE Emirates-XRG wird ihn wohl nicht bremsen. Auch wenn der Slowene warnt: „Wir erwarten einige starke Konkurrenten, die Startliste ist bei diesen großen Rennen immer hochkarätig besetzt.“
Dieses Jahr sind Pogacars prominenteste Rivalen – wenn man sie denn so nennen mag – der Mountainbike-Olympiasieger Thomas Pidcock und Super-Allrounder Wout van Aert. Die entscheidende Frage aber lautet am Samstag wohl nicht, ob, sondern wann sich Pogacar diesmal entscheidend von den „Normalsterblichen“ absetzt.