PARALYMPICS

Medaillenparty mit zwei Seiten

von Redaktion

Team D mit tollem Auftakt – auch Russlands Fahne weht auf dem Podest

In kurzen Hosen zur Medaille: Marco Maier. © Schutt/dpa

Bronze und Silber: Anja Wicker. © Schutt/dpa

Forster mit Gold im Deutschen Haus. © Ditfurth/dpa

Vollgas auf dem Monoski: Anna-Lena Forster holte bei der Abfahrt der Damen in der sitzenden Klasse die Goldmedaille. © Hartmann/IMAGO

Cortina d’Ampezzo – Anna-Lena Forster knutschte ihre Goldmedaille ab, immer wieder hielt die Monoskiqueen ihre neuste Errungenschaft in die Kameras. Vor dem traumhaften Bergpanorama von Cortina d’Ampezzo genoss die Fahnenträgerin die Siegerehrung bei Kaiserwetter in vollen Zügen, am ersten Tag der Wettbewerbe der Paralympischen Winterspiele sorgte das deutsche Aushängeschild höchstpersönlich für einen goldenen Blitzstart des Team D.

Nur wenige Minuten später ließ Biathletin Anja Wicker mit Platz drei im Sprint über 7,5 km die nächste Medaille folgen – tags darauf holte sie auch noch Silber. Marco Maier und Leonie Walter machten in Tesero das Bronze-Triple zum Start in die nordischen Disziplinen perfekt.

„Das war ein richtiger Krimi“, sagte Forster. Um fünf Hundertstel setzte sich die 30-Jährige aus Radolfzell in der Abfahrt der sitzenden Startklasse vor ihrer spanischen Weltcup-Konkurrentin Audrey Pascual Seco durch. In 1:25,7 Minuten war Forster nicht zu schlagen, das Podium komplettierte die Chinesin Sitong Liu (+5,48). „Das Ergebnis ist perfekt. Das Rennen selber war sehr wild“, erklärte Forster ihre Ausreißer angesichts der aufgrund des Tauwetters schon etwas ramponierten Piste im Tofane Alpine Skiing Centre. Sie sei morgens „super nervös gewesen“, gab Forster zu.

Auch Wicker durfte einen starken Start bejubeln. „Es ist unglaublich, dass ich das gleich am ersten Wochenende geschafft habe, wenn die Eltern und Freunde da sind“, sagte die Stuttgarterin. Maier hat die beiden Bronzemedaillen bei den Spielen indes seiner verstorbenen Mutter gewidmet. „Ihr größter Traum war es, hierher zu kommen, mich nochmal live laufen zu sehen. Das hat leider nicht geklappt“, sagte der 26-Jährige. Ein Foto seiner Mama lag auf dem Platz auf der Tribüne neben Maiers Vater. Dort, wo sie eigentlich hätte sitzen sollen.

Die dunkle Seite des Auftaktwochenendes: Russland gewann seine ersten Medaillen unter eigener Flagge seit den Heimspielen 2014. Die alpine Skirennfahrerin Warwara Worontschichina kam in der Abfahrt der stehenden Startklasse auf Rang drei, wenig später legte Alexej Bugajew in der Männer-Klasse ebenfalls mit Bronze nach. Den Medaillenspiegel führt allerdings die Ukraine an. Das Land, das sich seit vier Jahren gegen Russlands Aggressionen wehrt. „Ehre der Ukraine. Ich möchte meinen Sieg dem ganzen ukrainischen Volk widmen,“, sagte Gold-Para-Biathletin Oleksandra Kononowa unter Tränen.SID

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