Schlitzohr Kevin lässt Löwen träumen

von Redaktion

Schlüsselspieler Volland immer wertvoller: Kauczinski-Elf siegt und klettert weiter

Ein echter Leader: Kevin Volland – Torschütze und Anführer der Partylöwen. © IMAGO / A. Kohring

Köln – Markus Kauczinski gingen am Freitagabend die Spieler aus. Zum Glück erst auf der Heimfahrt nach dem knappen 1:0-Auswärtserfolg der Löwen bei Viktoria Köln. Der 1860-Coach gab seinen Serientätern (fünf Siege am Stück) mehrere Tage frei, erst am Dienstag wird wieder trainiert. Das nutzten einige feierwütige Sechzger aus und blieben kurzerhand in der Domstadt. „Ich glaube, dass weniger Spieler im Bus mitfahren als hierbleiben“, erklärte Siegtorschütze Kevin Volland mit seinem typischen verschmitzten Grinsen.

Auch mit 33 Jahren trägt der Allgäuer noch das Schlitzohr in sich. Ob Kölsch für einen waschechten Bayer überhaupt ein richtiges Bier sei, wurde Volland bei MagentaSport gefragt. Die fast schon philosophische Antwort des ehemaligen Nationalspielers: „Man nimmt es an, wo man ist – und passt sich an wie ein Chamäleon.“

Doch bei aller Lockerheit: Auf dem Spielfeld geht Volland in diesen Tagen voran, ackert unermüdlich. Vor der Partie hatte Kauczinski seinen Startelfeinsatz aufgrund der hohen Belastung am Ende einer Englischen Woche noch offengelassen – um ihn dann 91 Minuten lang auf dem Feld zu behalten. „Man hat schon gesehen, dass er müde ist. Er stand trotzdem defensiv sehr gut, hat viel kommuniziert. Deshalb habe ich mir schwergetan, ihn herauszunehmen“, erklärte Kauczinski nach der Partie.

Und in der Tat: Volland war im Sportpark Höhenberg omnipräsent. Rennen, grätschen und kämpfen – der Routinier war beinahe ausnahmslos mit defensiven Aufgaben beschäftigt. Und doch kam dann dieser eine Moment im Angriff, der einem Spieler seiner Klasse oftmals ausreicht. Ballverlust Viktoria: Nach feinem Zuspiel von Thore Jacobsen tauchte Volland alleine im Kölner Strafraum auf und ließ Keeper Arne Schulz keine Chance – der entscheidende Treffer zum 0:1.

Viel mehr spielerische Highlights hatten die Löwen nicht zu bieten – war aber auch nicht notwendig. „Wir hatten insgesamt wenig Entlastung, es war kein fußballerischer Leckerbissen. Wir waren eine ekelige Truppe heute, das war Männerfußball“, ordnete Volland die zähen 90 Minuten ein.

Der Allgäuer darf nun wie seine Teamkollegen einige Tage durchschnaufen, ehe die Vorbereitung auf den Heimspiel-Kracher gegen Wiesbaden (Samstag, 16.30 Uhr) startet. Die Löwen sind im Aufstiegsrennen voll dabei. Kauczinski sieht die Lage gewohnt sachlich: „Es macht Spaß, wenn es um etwas geht und man etwas mitzureden hat. Aber die anderen Teams werden keine schlaflosen Nächte bekommen, weil wir gewonnen haben.“ Schlaflos dürfte höchstens die Nacht von Freitag auf Samstag gewesen sein beim ein oder anderen Löwen. Denn neben dem Rekordsieg gab es noch einen weiteren Grund zum Feiern: Wie 1860 bekannt gab, hat sich der Vertrag von Angreifer Patrick Hobsch automatisch um ein Jahr verlängert. Der 31-Jährige ist mit sechs Ligatreffern zweitbester Torschütze der Sechzger in dieser Saison.MARCO BLANCO UCLES

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