Bayerns Achillesferse

von Redaktion

Anfälligkeit nach ruhenden Bällen – Kroos schlägt Alarm: „Kann Spiele entscheiden“

Bayern überlistet: Gladbachs Mohya. © IMAGO

Bergamo – Dass er in den Köpfen der Bayern-Spieler mit nach Bergamo fliegen würde, hätte sich Wael Mohya vor Freitag niemals träumen lassen. Gerade mal 17 Jahre jung ist der Gladbacher, der beim 4:1 der Münchner den Ehrentreffer erzielt hat. Für die unterlegenen Gäste war das nichts mehr als Ergebniskosmetik – aber weil es halt mal wieder ein Gegentor nach einem Standard war, wurde der Jungspund am Wochenende im Analyseraum an der Säbener Straße lange zum Thema gemacht.

„Die Standardsituation und das Gegentor – daran müssen wir arbeiten, das ärgert uns als Mannschaft“, sagte Jonas Urbig, ähnliche Worte fand Leon Goretzka: „Da haben wir kurz abgeschaltet – das darf uns eigentlich nicht passieren.“ Dass immerhin Vincent Kompany die Entschuldigung für den Freistoß-Gegentreffer darin fand, dass in der Endphase „viele junge Spieler auf dem Platz waren“, kann nicht über die Standardanfälligkeit der Bayern hinwegtäuschen. Bei 15 Gegentreffern direkt nach ruhenden Bällen – elf in der Bundesliga, drei im DFB-Pokal, einem in der Champions League – steht der FC Bayern aktuell. Und es ist nur logisch, dass in der Königsklasse ab sofort nicht allzu viele dazu kommen dürfen, will man wirklich ein Wörtchen um den Henkelpott mitreden.

Am Freitag war es ein Freistoß, dessen schnelle Ausführung die Münchner vollkommen überraschte, in der Woche davor war der BVB ebenso nach einem Foul und einer ruhenden Flanke in Führung gegangen. Kompany gibt zu, „dass wir da noch nicht perfekt sind. Wir versuchen aber, jeden Tag besser zu werden.“ Das klappte seit dem Herbst, wo es bis zum 1:3 bei Arsenal Standard-Gegentore ohne Ende hagelte, sehr gut. In den letzten Wochen aber ist ein kleiner Rückschritt zu erkennen.

Immerhin: Bergamo ist nicht unbedingt für seine Standard-Stärke bekannt. Neun Treffer nach ruhenden Bällen in der Serie A sind gehobene Mittelklasse, mehr nicht. Aber Ex-Bayer Toni Kroos hatte vergangene Woche in seinem Podcast „Einfach mal luppen“ schon gesagt: „Atalanta sehe ich noch nicht als Stolperstein. Nur wenn du nachher diese Spiele hast gegen City und Real… Es ist wirklich so, dass viele Spiele heutzutage durch Standards mitentschieden werden.“ Und ab jetzt kommen andere Kaliber als Wael Mohya.HLR, PK

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