Bereit zum Absprung: Phillip Sinn erzielte gegen Frankfurt sein erstes Tor in der DEL – es war das zwischenzeitliche 2:2. © City-Press
München – Knapp acht Minuten vor dem Ende hat Phillip Sinn den Moment kommen sehen, das Heft selbst in die Hand zu nehmen. Zu verlockend war der Pass, den Münchens Edeltechniker Taro Hirose ihm hat zukommen lassen. Und so zog der Youngster eben mit aller Wucht ab. Der Puck klatschte auf dem Weg ins Netz noch kurz gegen den Fanghandschuh des verdutzten Frankfurter Schlussmanns Cody Brenner.
Einen viel besseren Moment hätte Sinn für sein Premierentor in der DEL kaum finden können. Es war das 2:2, es war der Moment, in dem der EHC Red Bull München endgültig in dieses lange verkorkste Spiel gegen die Frankfurt Lions (3:2 n.V.) zurückkehrte. Und so fand auch Sinn selbst eine Botschaft, die so viel wichtiger war als der am Ende verlorene Punkt, der am kommenden Wochenende im Rennen um die Topplätze fehlen könnte. „Wir haben einmal mehr bewiesen, dass wir immer das Zeug haben, zurückzukommen.“
Es könnte eine interessante Qualität sein, wenn es für den EHC übernächste Woche in die K.o.-Phase geht, in der die Partien meist noch enger werden. So sieht das auch Patrick Hager, der Kapitän, der in der Mannschaft ein ähnliches Selbstbewusstsein ausgemacht hat, wie es das Münchner Meisterteam von 2023 ausgezeichnet hat. „In der Kabine ist schon vieles wie damals“, sagte Hager nach dem 4:1 über die Grizzlies Wolfsburg am Freitag. Der Hunger nach dem Titel inklusive. „Viele von uns haben das schon geschafft“, sagte Hager, „und wenn du das Gefühl einmal erlebt hast, dann willst du es wiederhaben.“
Insofern – so verlockend die direkte Qualifikation für die Champions League auch wäre (Top-2 der Hauptrunde und der spätere Champion) – ist es für die Münchner auch nicht wesentlich, wohin sie der Weg in den Playoffs auch führen würde. Im Moment spräche vor den beiden abschließenden Punktspielen gegen Straubing (Freitag) und in Berlin (Sonntag) – viel für ein Viertelfinale mit Ingolstadt, doch auch Duelle mit Berlin oder Bremerhaven liegen noch im Bereich des Möglichen. Auch Trainer Oliver David nimmt es aus gutem Grund wie es kommt: „Wir haben bewiesen, dass wir gegen alle bestehen können.“RP