VOLLEYBALL

Die Lederhose bleibt

von Redaktion

Herrsching und Haching verschmelzen zu den WWK Volleys München

Das neue Logo der WWK Volleys München.

Hier spielten Herrsching und Haching noch gegeneinander – ab dem kommenden Jahr ziehen die Münchner Vereine in der Volleyball Bundesliga gemeinsam an einem Strang. © Rutt

Haching, Herrsching – Das ist ein echter Paukenschlag im bayerischen Volleyball. Die WWK Volleys Herrsching und der TSV Haching München machen ab der kommenden Saison gemeinsame Sache. Beide Vereine haben einen Kooperationsvertrag geschlossen und gehen ab der Spielzeit 2026/2027 als WWK Volleys München in der Volleyball-Bundesliga auf Punktejagd.

Es sei eines der größten Volleyballprojekte Deutschlands der vergangenen zehn Jahre, verspricht die gemeinsame Presseerklärung. Oder wie es Herrschings Geschäftsführer Max Hauser prägnant formuliert: „Zwei Wurzeln. Ein Wille. Ganz nach oben.“ Die Grundidee war, alle bayerischen Bundesligisten zusammenzuraffen. Das klappte letztlich aber nur mit dem TSV Haching München. Mit Geschäftsführer Mihai Paduretu sei man gleich auf einer Wellenlänge gewesen. „Ich genieße es, mit Mihai über Volleyball zu sprechen“, sagte Hauser auf einer exklusiven Informationsveranstaltung für die treuesten Fans und Helfer des Herrschinger Bundesligisten in der vergangenen Woche.

Beim ASV Dachau entschied man sich bewusst gegen diesen Schritt. Zur Wahrung der eigenen, historisch bedeutsamen Identität und zur Sicherung der vorhandenen und erfolgreichen Strukturen im Nachwuchsbereich. Neuigkeiten gab es gestern aber dennoch am Stadtwald: Coach Patrick Steuerwald wird den ASV zur kommenden Saison in Richtung Ludwigsburg verlassen – Bundesliga-Aufsteiger und ebenfalls ein spannendes und ambitioniertes Projekt.

Während Dachau und Haching schon Titel gewonnen haben, blieb dieser Schritt Herrsching verwehrt. Bisher. Denn das gemeinsam formulierte Ziel ist so hoch wie eindeutig: Deutscher Meister werden. Zwei Spieltage vor dem Ende der aktuellen Hauptrunde liegen die beiden Clubs auf Playoff-Platz acht (Herrsching) und Rang elf (Unterhaching).

„Uns eint, dass wir oben angreifen wollen. Wir wollen mit Vollgas durchstarten“, so Hauser. Um Volleyball in München großzumachen. Oder besser gesagt: noch größer. „Wir wollen gemeinsam mehr, als wir allein erreichen können“, sagt auch Haching-Boss Mihai Paduretu. Bisher lagen beide Clubs beim Budget im unteren Durchschnitt. Zukünftig wird man wohl in die Top-5-Region aufsteigen. Im Logo bleiben beide Vereine sichtbar. Auch das legendäre Lederhosentrikot (Hauser: „Das Trikot ist bekannter als wir.“) wird bleiben. Zusätzlich wolle man „zwei Highlight-Trikots entwerfen“, sagte André Bugl. Der Herrschinger PR-Manager hatte vor einem guten Jahrzehnt großen Anteil an der Lederhosen-Optik.

Durch den Zusammenschluss haben die WWK Volleys München zukünftig drei Spielhallen zur Verfügung. Neben der eigentlich zu kleinen Nikolaushalle in Herrsching (1000 Zuschauer), der Geothermie-Arena in Unterhaching (1800) wird auch weiterhin im BMW Park (6700) gespielt und trainiert.

Eine echte Heimat hat das neue Team also nicht – so die pessimistische Interpretation. Das neue Vorzeigeteam sieht‘s freilich anders. Man hoffe auf „einen geografischen Spannungsbogen vom Oberland über die Landeshauptstadt München bis in den Münchner Norden und Osten.“ Wichtig: Die jeweiligen Stammvereine bleiben bei diesem Großprojekt eigenständig, die Kooperation gilt explizit nur für den Profibereich.

Die genaue Personal- und Trainerplanung ist noch offen. Nach Informationen unserer Zeitung wird aber die Herrsching-Fraktion den überwiegenden Anteil des Teams bilden. Roy Friedrich, Ex-Spieler beider Vereine und langjähriger Bundesligaprofi, ist zudem gespannt, wie die Fans mit den Neuigkeiten umgehen. Man habe schon immer „ein bisschen Rivalität zwischen den einzelnen Fanblocks“ gespürt, so Friedrich gegenüber dem BR.DIRK SCHIFFNER, MATHIAS MÜLLER

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