Lasse liefert

von Redaktion

Löwen-Talent Faßmann überzeugt bei seiner Startelf-Premiere in der 3. Liga

Unaufgeregter Auftritt: Saubere Bälle nach vorne, sicher in den Zweikämpfen – Faßmann ließ sich nicht anmerken, dass es sein erstes Drittligaspiel in der Startelf war. © Sampics

München – Zu Beginn des Wahlwochenendes hatte auch Markus Kauczinski eine knifflige Entscheidung zu treffen. Gesucht wurde ein Vertreter für Innenverteidiger Raphael Schifferl, der kurzfristig ausfiel – und zur Wahl standen zwei ungleiche Kandidaten: Kapitän Jesper Verlaat (29) oder Greenhorn Lasse Faßmann (19). Der etablierte Verlaat: eines der Gesichter des Vereins, Fanliebling – und bis zu seiner Verletzung unumstritten. Oder Faßmann: vorige Saison Kapitän der A-Junioren, ein NLZ-Talent mit gerade einmal vier Drittligaminuten Erfahrung. Kauczinski entschied sich für Faßmann – und wusste nach 90 Minuten im Sportpark Höhenberg: Es war eine erstklassige Wahl.

Der Junglöwe rechtfertigte das Vertrauen beim 1:0-Sieg gegen die Viktoria mit einer abgeklärten Leistung. Speziell zu Beginn herrschte auf seiner Seite „schöner Betrieb“, wie Kauczinski schmunzelnd kommentierte. Doch Faßmann fand schnell ins Spiel, gewann wichtige Zweikämpfe und spielte saubere Bälle nach vorne. „Wir mussten sehen: Kann er es oder kann er es nicht? Und er kann es“, bilanzierte der Trainer. „Er hat sich reingekämpft, immer mehr Sicherheit gefunden.“

Für Faßmann selbst fühlte sich seine Startelfpremiere in der 3. Liga surreal an. „Unbeschreibliches Gefühl, dieses Vertrauen zu bekommen. Freitagabend reingeschmissen zu werden – schon ein geiles Gefühl“, sagte der Youngster in der Mixed Zone. Die Nervosität wich schnell: „Der erste gewonnene Ball ist immer wichtig, damit man Selbstvertrauen bekommt.“ Und davon sammelte der 19-Jährige reichlich.

Auch der erfahrenste Löwe vorne drin zollte Respekt. „Das war überragend, da kann man ihn nur loben“, sagte Torschütze Kevin Volland (33). „Ich weiß, wie die Spiele sind, wenn es deine ersten sind. Da ist man nervös – auch wenn man es ihm nicht angesehen hat. Wichtig war, wie er gleich reingekommen ist. Das begann mit der wichtigen Grätsche. Lasse hat aber auch gute Bälle nach vorne gespielt und die Ruhe bewahrt. Hut ab!“

Der Auftrag von der Trainerbank war bewusst simpel: „Einfach spielen, selbstbewusst sein und die eigenen Fähigkeiten auf den Platz bringen“, hatte Kauczinski ihm mitgegeben. Faßmann hielt sich daran – auch dank der Unterstützung seiner Nebenleute. „Die Kollegen haben mir extrem geholfen, dadurch war ich schnell im Mannschaftsgefüge drin.“ Dass am Ende die Null stand, gefiel dem Defensivmann. „Für einen Verteidiger ist ein schöner, dreckiger 1:0-Sieg das geilste Ergebnis“, grinste er. Auch Kauczinski lobte: „Dass wir so ein Spiel trotzdem ziehen, spricht für die Stabilität der Mannschaft.“

Für Faßmann ist die Berufung ein persönlicher Durchbruch. Noch im Sommer lief er als Perspektivspieler aus dem Nachwuchsleistungszentrum nebenher. Sein Rezept blieb trotzdem dasselbe: „Als Jugendspieler musst du geduldig bleiben – und wenn sich die Tür öffnet, sie nutzen.“ Die Tür hat sich nun geöffnet. Und sie könnte sich schon am Samstag noch weiter öffnen. Schifferl plagt weiter ein muskuläres Problem, sein Einsatz im Verfolgerduell mit Wehen Wiesbaden (16.30 Uhr, Grünwalder Stadion) ist fraglich.ULI KELLNER

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