Premieren-Party in Bergamo

von Redaktion

Bayern liebt neue Gegner – aber Kompany warnt: „Spielen wie keiner“

Schotten dicht! Alphonso Davies. © Ruiz

In der Villa Moroni findet das Bankett des FC Bayern statt. © Instagram

Alles im Blick: Trainer Vincent Kompany. © Ruiz

Harry Kane und Jamal Musiala: Zaubern sie auch heute zusammen in Bergamo? © Ruiz

Bergamo – Vincent Kompany weiß schon, was Stars brauchen. Und weil ein Champions-League-Achtelfinale noch kein Anlass ist, alle Familien mit an den Spielort zu nehmen, holte der Coach des FC Bayern die Wohlfühloase am Tag vor der Abreise nach Bergamo halt an die Säbener Straße. Bestes Frühlingswetter, ein kleines Barbecue, Eiswagen für die Kinder: Regelrecht beflügelt ging es nach dem Abschlusstraining am Montag für den Tross des Rekordmeisters in Richtung bella Italia. An einen Ort, der für alle – inklusive Coach – eine absolute Unbekannte ist. Denn im „New Balance Stadion“, wo am Dienstag (21 Uhr) das Hinspiel gegen Atalanta stattfindet, hat weder der FC Bayern noch Kompany schon gespielt.

„Atalanta hat gegen Dortmund gezeigt, wo die Gefahren liegen“, sagte Sportvorstand Max Eberl vor dem Abflug am Montag nach Bergamo. Tatsächlich hatten sich die Bayern-Spieler, die die Generalprobe am Freitag mit 4:1 gegen Gladbach gewonnen hatten, in der Woche zuvor bei den BVB-Kollegen erkundigt, die das von Eberl auch für Dienstag prophezeite „hitzige Spiel“ mit bekanntlich bitterem Ende schon hinter sich hatten. Der BVB hat beim Aus spüren müssen, dass Atalanta „eine sehr kompakte Mannschaft mit guter Struktur“ ist. Das 1:4 in den Playoffs ist eine Warnung für die Bayern. Eberl: „Sie sind kompromisslos, gerade zuhause.“

Breit ist die Bayern-Brust knapp eineinhalb Monate nach dem letzten Champions-League-Auftritt dennoch. „Wir sind Favorit“, betonte Eberl. Der höchste Tore-Schnitt in der Königsklasse, die positive Bilanz gegen italienische Teams, all das gibt genauso viel Selbstvertrauen wie Bayerns Faible für unbekannte Gegner. Seit über 13 Jahren nämlich haben die Münchner ein Premierenduell auf europäischer Bühne nicht mehr verloren. Elf Siege und ein Remis stehen seit der Pleite 2012 bei Bate Borisov zubuche. In der laufenden Saison gewann man gegen Saint-Gilloise und Paphos, die Serie soll in Bergamo ausgebaut werden.

Wie genau, hat Kompany seinem Team genaustens mit an die Hand gegeben. „Diese Mannschaft ist Europa gewohnt. Sie haben eine besondere Art des Fußballs, sie spielen fast wie keiner“, sagt er über den Europa-League-Sieger von 2024. Nicht nur Aleksandar Pavlovic weiß: „Wir müssen in der Defensive aufmerksam sein und unser Spiel durchziehen.“ Die Spielanalyse hat vergangene Woche nach dem überraschenden Weiterkommen von Bergamo auf Hochtouren gearbeitet – und auch hinter den Kulissen musste unter enormem Zeitdruck agiert werden.

Die Reiseplaner waren nach den Playoff-Hinspielen auf Dortmund oder Leverkusen als Achtelfinal-Gegner eingestellt, in beiden Städten hätte man die Logistik schnell umsetzen können. Stattdessen hieß es: Blitz-Trip nach Bergamo, fixe Vor-Ort-Begehungen – und kreative Lösungen vor Ort. So findet das Mitternachtsbankett nicht wie so oft im Mannschaftshotel statt, sondern in der von „Radisson Blue ChorusLife“ zehn Kilometer entfernten Eventlocation „Villa Moroni“. Dort, wo andere prunkvolle Hochzeiten feiern, wollen die Bayern auf die perfekte Ausgangslage für das Rückspiel am Mittwoch kommender Woche anstoßen.

„Der Heimvorteil im Rückspiel ist sehr wichtig“, sagt Luis Diaz, der wohl wieder neben Harry Kane wirbeln darf. Der zuletzt angeschlagene Stürmer ging am Montagnachmittag mit an Bord, um die Mission anzugehen, die Lennart Karl jugendlich unbekümmert ausspricht: „Wir haben einen großen Traum in der Champions League – den Titel zu gewinnen.“ Den 30. Mai in Budapest haben die Reiseplaner schon rot markiert. Und die Familien würden definitiv mit dabei sein.H. RAIF, P. KESSLER

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