Tölz schoss zwar drei Tore, aber Regensburg schoss eines mehr. © Rabuser
Peiting: Es war nicht zu verstehen, was Peitings Trainer Lanny Gare seinen Spielern während der Auszeit sagte, die er im zweiten Drittel genommen hatte. Der Mimik war allerdings zu entnehmen, dass es keine freundlichen Worte waren. Nach der Partie waren Gares Gesichtszüge freundlicher, der Grundton aber blieb. Der Coach war nach dem 0:6 (0:1, 0:4, 0:1) zum Auftakt des Play-off-Achtelfinales bei den Hannover Indians absolut nicht zufrieden.
Das erste Drittel lief aus ECP-Sicht vor mehr als 3400 Zuschauern noch annehmbar. Die Profi-Truppe aus Hannover dominierte zwar das Geschehen, doch die Gäste, die sich gern als „gallisches Dorf“ der Oberliga sehen, hatten durchaus ihre Chancen auf den ein oder anderen Treffer. Allerdings nutzten sie die Möglichkeiten nicht. Ein Problem, das Gare schon in der Hauptrunde nervte. Im zweiten Drittel trat ein weiteres, altes ECP-Manko auf: mehrere Gegentore binnen weniger Minuten. „Da haben wir kein Play-off-Hockey gespielt“, monierte Gare. Selbst die erwähnte Auszeit half nichts, Peiting kassierte noch das 0:5. Damit war nach nicht einmal 30 Minuten die Partie entschieden.
Im Heimspiel am heutigen Dienstag (19.30 Uhr) will der ECP es besser machen. Mut machen sollte den Pfaffenwinklern ein Blick zurück: Beim bis dato letzten Aufeinandertreffen der beiden Klubs, im Play-off-Viertelfinale 2016, hatte Peiting auch das erste Spiel verloren – und danach die Serie noch sensationell mit 3:1 gewonnen.
Bad Tölz: Das hatten sie sich ganz anders vorgestellt. Als klare Favoriten in das erste Achtelfinal-Duell mit den Eisbären Hamm gestartet, mussten sich die Tölzer Löwen am Sonntagabend mit 3:4 n.V. geschlagen geben. Und müssen es am Dienstagabend deutlich besser machen. „Das war kein Play-off-Hockey, wir haben unser Niveau nicht erreicht“, sagt Trainer Axel Kammerer unzufrieden.
Erschwerend hinzu kommt, dass Tölz nicht nur das erste Play-off-Spiel, sondern auch zwei Stürmer verloren hat. Ludwig Nirschl, zweitbester Scorer der Löwen, bekam eine Spieldauerstrafe für Kniecheck gegen Eisbären-Topscorer Pontus Wernerson-Libäck, der schon im nächsten Wechsel wieder munter über das Eis fuhr – bis zum Schluss begleitet von gellenden Pfiffen. Die Löwen haben Einspruch eingelegt. Toms Prokopovics erhielt eine Matchstrafe für einen Check gegen den Kopf von Linus Wernerson-Libäck, der sich dabei wohl das Nasenbein brach.
Die Strafen waren ein Aspekt der Niederlage, aber nicht die Ursache. „Wir haben zu offensiv gedacht, hatten kein gutes Positionsspiel, hatten unsere und die neutrale Zone nicht im Griff“, moniert Kammerer. Im Schlussdrittel rissen sich die Löwen zusammen, zeigten Moral und meldeten sich mit dem 3:3 zurück ins Spiel. „Wir waren überlegen, haben aber auch unsere Chancen nicht genutzt“, moniert der Tölzer Coach. In der Verlängerung fiel nach 80 Sekunden die Entscheidung. „Wir wissen, dass wir besser spielen können“, sagt Kammerer. „Und wir werden besser spielen.“
Riessersee: Das Saisonende beim SC Riessersee ist sieben Tag alt (0:2 in den Pre-Playoffs gegen Passau), doch der neue Geschäftsführer Michael Kreitl, seit drei Monaten im Amt, betont schon: „Es wird große Veränderungen geben.“ Die Trainersuche läuft auf Hochtouren und erste Kaderwechsel hat der 50-Jährige, der als Spieler zweimal das Trikot der Werdenfelser trug, bereits verkündet: Neun Spieler müssen gehen.
Leon Neiger, Quirin Glas-Bader und Goalie Patrik Mühlberger wechselten in die zweite Liga und laufen nun für Crimmitschau (Neiger) und Weiden (Glas-Bader, Mühlberger) auf. Charles Risk flog bereits vor Saisonende in seine kanadische Heimat zurück. Lubor Dibelkas Vertrag wurde nicht verlängert – der mittlerweile 43-Jährige will seine Karriere aber bei einem anderen Verein fortsetzen. Auch ein weiteres Quartett muss seine Koffer packen: Verteidiger Luis Jäckle sowie die Stürmer Kilian Raubal, Alex Benkert und Alexander Höller.NS, TF, HOPP