Ab durch die Mitte: Havertz im Arsenal-Trikot. © IMAGO
Leverkusen – An Unterstützung wird es Kai Havertz beim Rendezvous mit der alten Liebe nicht mangeln. „Er kommt ja hier aus der Ecke. Er wird viele Karten brauchen, da bin ich mir sicher“, sagte Bayer Leverkusens Sportchef Simon Rolfes mit einem Lächeln. Mit dem FC Arsenal kehrt Havertz erstmals seit seinem leisen Abschied 2020 in die BayArena zurück – wie groß seine Rolle im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League dabei sein wird, bleibt aber abzuwarten.
Denn der Nationalspieler sucht drei Monate vor der WM seine Form. Für den Premier-League-Tabellenführer absolvierte Havertz (26) nach einer Knie-OP im Sommer 2025 und einer Muskelblessur im Februar erst zehn Pflichtspiele. „Ich hoffe, dass er sich stabilisiert – für ihn und auch für uns“, sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann, der für das Turnier in den USA fest mit Havertz plant.
Die gute Nachricht: Für das Highlightspiel in seiner Heimat (18.45 Uhr/DAZN) ist der Offensivstar, der gebürtig aus Aachen kommt und zwischen 2010 und 2020 für Bayer 04 spielte, wieder voll einsatzfähig. Und das freut auch Rolfes.
Der Sport-Geschäftsführer deutete bereits an, Havertz im Stadion offiziell verabschieden zu wollen – 2020 war eine entsprechende Ehrung aufgrund der Corona-Krise ausgeblieben. „Das ist auch für ihn noch mal ein ganz besonderer Rahmen“, sagte Rolfes. Havertz war vor sechs Jahren für 80 Millionen Euro zum FC Chelsea gewechselt: Die Blues schoss er umgehend zum Triumph in der Königsklasse, ehe 2023 der Transfer innerhalb Londons zum FC Arsenal folgte.
Diese 80 Millionen, das betonte Rolfes immer wieder, seien „die Grundlage“ für den Erfolg der Werkself in den folgenden Jahren und das „Fundament“ für die Double-Mannschaft von 2024 gewesen. Auch sonst hat der Werksklub Havertz viel zu verdanken: In 118 Bundesligaspielen erzielte er 36 Tore für Bayer. Er habe „noch manchmal Kontakt“ zu Havertz, sagte Rolfes, der sich zudem auf das Wiedersehen mit Außenverteidiger Piero Hincapié freut.
Für 90 Minuten müssen die Freundschaften am Mittwoch aber ruhen, für beide Clubs steht viel auf dem Spiel. Arsenal schloss die Ligaphase der Königsklasse makellos ab und reist als klarer Favorit zum Bundesliga-Sechsten. Vor allem im eigenen Stadion will sich die Werkself gegen das Starensemble aus England aber nicht verstecken. „Zu Hause sind wir stark, da haben wir eine Chance“, sagt Alejandro Grimaldo: „Da können wir gewinnen.“
Das wollen auch Havertz und Arsenal. Die Gunners träumen von ihrem ersten Titel in der Champions League, in diesem Jahr stehen die Vorzeichen gut. „Wir freuen uns sehr auf die nächste Runde. Wir sind in einer starken Position nach unserer Gruppenphase“, sagte Teammanager Mikel Arteta: „Nun müssen wir Wege finden, um weiterzukommen.“ SID