Rüdigers Reifeprüfung

von Redaktion

Der „größte Verrückte des Weltfußballs“ hat noch ehrgeizige Ziele

Überragend in der Luft und im Zweikampf: Antonio Rüdiger (33), Abwehrchef von Real Madrid und bis zu seiner Verletzungsmisere auch in der DFB-Auswahl eine feste Größe. © Javier Soriano / AFP

Madrid – Antonio Rüdiger hat große Lust auf einen neuerlichen Ausraster. Einen vor Freude, versteht sich. Sein denkwürdiger Jubellauf gegen Manchester City vor zwei Jahren sei „einer der schönsten Momente im Trikot von Real Madrid“ gewesen, sagt der Nationalspieler vor dem Wiedersehen mit Erling Haaland und Co. Sein verwandelter Elfmeter hatte Real im April 2024 ins Halbfinale der Champions League gebracht.

Pünktlich zum Achtelfinal-Hinspiel an diesem Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) meldete sich Rüdiger wieder fit, am Sonntag hatte er noch mit dem Training ausgesetzt. Eine Woche nach seinem 33. Geburtstag wird der deutsche Nationalspieler die Königlichen somit als Abwehrchef in das Gipfeltreffen führen. Eine Rolle, die er nur zu gerne auch bei der WM im Sommer im DFB-Trikot wieder einnehmen würde.

Rüdiger hatte zuletzt vor allem durch seinen harten Zusammenprall mit Diego Rico vom FC Getafe für Schlagzeilen gesorgt, nun will er die große Bühne Champions League für ein Bewerbungsschreiben an Julian Nagelsmann nutzen. Der Bundestrainer hatte zuletzt im Fachblatt „kicker“ erklärt, Rüdigers Chefrolle beim DFB sei „nicht in Stein gemeißelt“ und liege „viel an seiner Leistung“.

Vor seinen Oberschenkel- und Knieverletzungen 2025 und 2026 war Rüdiger auch im DFB-Trikot unangefochten gewesen. Grundsätzlich habe der Verteidiger weiterhin „eine große Fähigkeit, das sind die Eins-gegen-eins-Situationen im engen Raum, da ist er außergewöhnlich gut, ein richtig guter Zweikämpfer“, sagte Nagelsmann.

Doch nicht nur für den „größten Verrückten des Weltfußballs“ (Marca) geht es gegen City um viel, sondern auch für Alvaro Arbeloa. Dem Real-Trainer und Nachfolger von Xabi Alonso kann wohl nur noch der Gewinn des Henkelpotts den Job retten, zu harmlos traten die Königlichen zuletzt auf. In der Liga beträgt der Rückstand auf den FC Barcelona vier Punkte, im Pokal gab es ein peinliches Achtelfinal-Aus bei Zweitligist Albacete. Neuester Name auf der Liste möglicher Arbeloa-Nachfolger ist US-Nationaltrainer Mauricio Pochettino.

Alte Bekannte sind Real und City seit Jahren: Beide Teams treffen zum fünften Mal in Folge in der K.o.-Runde aufeinander, nur im Halbfinale 2022/23 setzten sich die Engländer durch. Zudem kam es im Dezember in der Ligaphase zum direkten Duell, City gewann im Bernabeu-Stadion 2:1. „Für Mittwoch bedeutet das aber gar nichts“, sagt Manchesters Teammanager Pep Guardiola.

Verzichten müssen die Spanier auf Jude Bellingham, Eder Militao, Rodrygo Goes, Dani Ceballos und David Alaba, hinter dem Einsatz von Superstar Kylian Mbappe steht noch ein Fragezeichen. Rüdiger wird dagegen spielen – nicht nur um seine Zukunft im DFB-Team, sondern auch im Verein. Sein Vertrag läuft am Ende dieser Saison aus, angeblich haben Arsenal London und West Ham United Interesse angemeldet. Zunächst aber will Rüdiger noch den einen oder anderen Jubellauf mit Real Madrid starten.ERIK ROOS/SID

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