ZUM TAGE

Beeindruckender Ist-Zustand

von Redaktion

Der FC Bayern überrollt alle

Drei Verletzte, zwei zu diskutierende Gelbe Karten, der Rücktritt des Oberbürgermeisters von allen Ämtern im Verein: Beim FC Bayern war am Mittwoch schon vor der Landung aus Bergamo so viel passiert wie bei anderen Vereinen in einem ganzen Jahr nicht. Die Augen waren nach einer kurzen Nacht klein, die Beine ein wenig schwer, der Drang nach einem Tag auf der Couch groß. Aber weil der FC Bayern eben der FC Bayern ist, muss es auf dem Platz wie daneben schnell weiter, immer weiter gehen.

Am Samstag wartet Leverkusen, am Mittwoch danach das Schaulaufen im Rückspiel gegen Bergamo. Und die Menschen da draußen möchten schon befriedigt werden. Nicht wenige von ihnen glauben ja nach dem fulminanten 6:1 bei Atalanta am Dienstagabend, dass sich der Rekordmeister auf direktem Weg zum nächsten Triple befindet. Elf Punkte Vorsprung in der Bundesliga, nur noch zwei Spiele vom ersten Pokalsieg seit 2020 entfernt – und selbst in der Champions League macht das Team von Vincent Kompany jeden Gegner nass. Was soll denn da noch schiefgehen?!

Träumen muss erlaubt sein, und zugegeben: Es war beeindruckend, was der Rekordmeister in Norditalien auf den Platz gezaubert hat. Aber auch wenn das Viertelfinale mehr als in Reichweite ist, sollte man sich nicht blenden lassen vom Ist-Zustand im März 2026. Bis jetzt ist es Kompany gelungen, eine Basis zu schaffen, die stabil genug für große Erfolge zu sein scheint. Um sie am Ende aber tatsächlich mit Trophäen schmücken zu dürfen, muss noch eine Menge passieren. Die großen Spiele zu feiern, aus den schwächeren Lehren zu ziehen und sich dabei nicht vom deutschen Hang zum Schwarz-Weiß-Denken anstecken zu lassen, ist die große Kunst für die kommenden Monate.

Das Spielerische ist dabei gar nicht entscheidend – in Topbesetzung kann es diese Bayern-Elf international mit allen aufnehmen. Aber alleine die letzten beiden Tage haben ja gezeigt, wie schnell rund um diesen Club alles gehen kann. Dass Kompany dabei die Ruhe selbst geblieben ist, ist die beste Nachricht aus Bergamo. Sie kann noch wichtiger werden als alle anderen.

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