Erboster Chef: Svetislav Pesic. © Pahnke/sampics
München – Zu später Stunde wurde es noch einmal laut im SAP Garden. Es war Svetislav Pesic, der seinen Bayern-Basketballern die Meinung geigte. Man ahnt es: Der Trainer wollte dem 98:80 über die Braunschweiger Löwen nicht viel Gutes abgewinnen. Das sein Spielmacher Justus Hollatz so beschrieb: „Wir haben uns teilweise auf unser Talent verlassen.“ Worte, die es in Pesic brodeln lassen: „Unsere Überheblichkeit“, murrte er noch wenig später, „das will ich nicht sehen.“
Es ist sicherlich einer der zentralen Unterschiede zum Gros seiner Vorgänger. Der 76-Jährige macht in der Herangehensweise wenig Unterschied zwischen nationaler Liga und Europa. Man kann das auch an den Einsatzzeiten ablesen. Pesics Werfer-Kleinod Andi Obst etwa schuftete auch gegen das BBL-Schlusslicht aus Niedersachsen fast 25 Minuten – mehr als jeder andere in Rot.
Weil halbe Kraft in seiner Philosophie verheerende Wirkung hat. „Schlechte Vorbereitung, schlechtes Spiel“, nennt Pesic das. Die wieder häufiger gewordenen Euroleague-Galaabende, so könnte man das auch übersetzen, werden in der heimischen Liga gemacht. Vielleicht klappt es ja auch so – heute (20.30 Uhr) kommt Pablo Lasos Efes Istanbul in den Garden.RP