Ein Schelm, wer …

von Redaktion

Bergamo – Die Zusammenfassung von Max Eberl war nicht allzu lang, aber sie war treffend. „Dritte gelbe Karte. Gesperrt“, sagte der Sportvorstand des FC Bayern, als er nach dem 6:1 (3:0) des FC Bayern im Hinspiel in Bergamo auf die zwei Gelben Karten angesprochen wurde, die in der Schlussphase der Partie vergeben worden waren. Erst Michael Olise, dann Joshua Kimmich: Beide Bayern-Stars werden nach der dritten Verwarnung im laufenden Wettbewerb im Rückspiel am kommenden Mittwoch fehlen. Aber dass die beiden Zeitspiele Absicht gewesen seien? Nein, nein! Das wollte natürlich niemand zugeben.

„Ich bin einer, der jedes Spiel machen möchte“, sagte etwa Kimmich, der bei der auffällig lange verzögerten Ausführung eines Freistoßes den Unmut von Atalantas Yunus Musah auf sich zog. Gut für Kimmich, dass es am Ende eher wie ein Disput unter zwei aufgebrachten Spielern aussah. Die These des Bayern-Kapitäns: „Wenn er nicht durchdreht, gibt es keine Gelbe.“ So aber gab es sie, Kimmich nahm sie dankbar an – und hatte ja Recht: „Eine Gelbe Karte ist nichts Strafbares.“

Natürlich wurden auch die Bayern angesprochen auf den Fall von Sergio Ramos. Der Real-Star war 2019 von der UEFA für zwei Spiele gesperrt worden, als er in einer ähnlichen Situation Vorsatz bestätigte. Bei den beiden Münchnern aber ist die Beweislage dünn, die UEFA schließt keine Ermittlungen aus, hat aber kaum Handhabe. Das Zeitspiel sei „unnötig“ gewesen, gab Kimmich zu, dann aber nötigte er sich selbst zum Schweigen. Man sah ihm an, was er dachte – aber er sprach es nicht aus.

Gut, dass am Spielfeldrand einer stand, der seinen ehemaligen Mitspieler bestens kennt und durchschaut hat. „Ich glaube, wir wissen alle, was passiert ist“, sagte Mats Hummels in seiner Funktion als TV-Experte für Amazon Prime. Die Schlussfolgerug des Weltmeisters: „Ich finde es wunderbar, wie er es erklärt hat.“ Ein Schelm, wer anderes denkt…HLR

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