Max Verstappen freut sich wie ein Kind auf die Nordschleife. © Crock/AFP
Hamburg – Fuchsröhre. Hohe Acht. Schwalbenschwanz. Bergwerk. Allein wenn Max Verstappen an diese legendären Streckenabschnitte auf dem Nürburgring denkt, schlägt sein Herz schneller. Die „Grüne Hölle“ sei einfach ein ganz „besonderer Ort“, es „gibt keine andere Rennstrecke“ auf der Welt, die mit diesem Mythos vergleichbar ist, sagte der Formel-1-Superstar – und freut sich jetzt schon wie ein Kind auf seinen Start beim 24-Stunden-Rennen Mitte Mai.
Bei diesem PS-Spektakel in der Eifel dabei sein zu können, stehe schon lange „auf meiner Wunschliste“, sagt Verstappen, „ich bin sehr begeistert, dass wir es jetzt verwirklichen können.“ Während der Niederländer mit der neuen Formel 1 hadert und nichts von dem Elektro-Boom in der Königsklasse hält, liebt es Verstappen einfach, Vollgas zu fahren. Und das kann Verstappen nun vom 14. bis 15. Mai auf der wohl berühmtesten Rennstrecke der Welt mit ihren 20,832 Kilometern, 73 Kurven und 300 Metern Höhenunterschied.
Der 28-Jährige, der seine für die Nordschleife benötigte DMSB-Lizenz im Vorjahr erhalten hat, wird dann wie in der Formel 1 in einem Auto mit Red-Bull-Lackierung sitzen. Der Bolide selbst ist aber ein Mercedes-AMG Motorsport. Und weil die Silberpfeile ja in der Vergangenheit immer wieder an Verstappen gebaggert haben, wird schon wieder getuschelt, dass Verstappen in Zukunft womöglich in der Formel 1 zu Mercedes wechseln könnte. Zumal der Niederländer in seinem bis 2028 laufenden Vertrag wohl eine Ausstiegsklausel hat.
„Einhundertprozentig ist dies der Versuch von Mercedes, dem Max schon mal eine möglichst schöne Brücke zu bauen zu Mercedes, ganz klar“, sagte etwa RTL-Experte Christian Danner bei RTL/ntv und sport.de: „Die Tatsache, dass er am Ende des Jahres vertragsfrei ist in der Formel 1, heißt, er ist auch für Mercedes ein Mann, der ins Team passen würde. Da, glaube ich, ist so ein Rennen in einem Mercedes auf dem Nürburgring das richtige Leckerchen, um ihn da ein bisschen andocken zu lassen oder ihm zumindest zu zeigen, wie schön es ist in der Mercedes-Familie.“ Verstappen wagte sich trotz der hohen Crash-Gefahr bereits im Vorjahr auf die Nordschleife, bei seinem Debüt legte er in einem Ferrari 296 auf Anhieb eine Bestzeit für GT3-Fahrzeuge hin – unter dem Decknamen „Franz Hermann“.
Vor seinem ersten Training auf dem Nürburgring sei er „sogar nachts wach geworden“, weil er es kaum erwarten konnte: „Ich würde es lieben, dort mit der Formel 1 zu fahren, aber das ist ziemlich gefährlich.“
Seit dem schrecklichen Feuer-Unfall von Niki Lauda 1976 fährt die Formel 1 nicht mehr auf der Nordschleife, für Vollblut-Racer wie Verstappen versprüht der Kurs aber weiter eine ganz besondere Faszination.SID