Topfit zurück auf dem Platz: Morris Schröter (rechts) will endlich wieder durchstarten bei den Münchner Löwen. © Sampics
München – Das Grinsen bekommt Morris Schröter derzeit nicht aus dem Gesicht. Fast ein Jahr lang fiel der 30-Jährige mit zwei schweren Blessuren (Bänderverletzung & Sehnenriss im Hüftbeuger) durchgehend aus. Jetzt blickt der Flügelspieler positiv nach vorne und will dabei mithelfen, dass die Löwen im Mai feiern dürfen, wie er im tz-Gespräch verriet:
Herr Schröter, sind Sie ein geduldiger Mensch?
In letzter Zeit bin ich auf jeden Fall geduldiger geworden. Durch die Verletzungen habe ich mir da zwangsläufig ein dickes Fell aneignen müssen. Es waren die beiden schwersten Verletzungen meiner Karriere, zweimal brutales Pech. Vor allem ging es darum, zum richtigen Zeitpunkt wieder einzusteigen, um keinen Rückschlag zu riskieren. Ich habe versucht, gewisse Dinge zu optimieren, damit ich idealerweise noch zwei, drei Jahre länger Fußball spielen kann ohne Schmerzen. Da kommen viele Punkte zusammen: Ernährung, Trainingsvorbereitung oder auch das Schlafverhalten.
Können sich die Fans auf den alten Morris Schröter freuen?
Wichtig war für mich, dass ich jetzt nach meiner zweiten Rückkehr gemerkt habe, dass ich weiterhin an mein Leistungsniveau herankomme, die Schnelligkeit – auch die im Kopf – ist nach wie vor da. Das war auch der Anspruch an mich selbst. Meine Form steht und fällt natürlich auch immer mit der Spielzeit. Aber ich bin da wirklich guter Dinge.
Sie wollten zunächst Spielpraxis bei der U21 sammeln, ehe es wieder in der 3. Liga ernst wird…
Mit Anfang 20 hätte ich das wahrscheinlich nicht so entschieden (lacht). Ich wollte erst mal in die Bayernliga zurückkehren, wo ich auf dem Platz vielleicht den Tick mehr Zeit habe. Ich bin sehr dankbar, dass mir die Chance ermöglicht wurde. Das war wichtig. Die Spielfitness kann man in keinem Training simulieren.
Im Winter hieß es, Aue wäre an Ihnen interessiert…
Am Ende des Tages war es schön für mich, dass sich ein Verein überhaupt mit mir beschäftigt. Ob ein Umfeldwechsel nach der langen Pause gut gewesen wäre, weiß ich nicht. Wenn es der Verein gewesen wäre, von dem Sie sprechen (lacht), wäre natürlich die Nähe zu meinem Lebenswohnsitz in Chemnitz gegeben gewesen.
Am 27. Februar folgte in Hoffenheim ein besonderer Moment: Drittliga-Comeback nach über einem Jahr Pause…
Es war ein schöner Moment. Toll, wie viele Menschen sich bei mir gemeldet haben. Ich glaube, dass ich eher positiv als negativ aufgefallen bin – eine gelungene Rückkehr. Es hat Lust auf mehr gemacht. Das hätte nicht andersherum laufen dürfen, sonst kann es sehr schnell unangenehm werden.
Welche Kleinigkeiten sind denn entscheidend dafür, dass Sechzig aktuell die knappen Spiele gewinnen kann?
Wir haben uns auch ein wenig das Glück erarbeitet. Wenn man oben dabei ist, klappen manche Dinge einfach auf einmal. Es tut uns gut, dass wir aktuell sehr erwachsenen Männerfußball spielen. Jetzt kommen die wichtigen Spiele gegen die anderen Teams von oben.
Träumen Sie davon, dass ausgerechnet Sie zum entscheidenden Faktor im Endspurt werden?
Ich möchte Verantwortung übernehmen. Aber vor allem leistungstechnisch und nicht nur mit Sprüchen. Bis zu meiner Verletzung ist mir das bei Sechzig oft gut gelungen. Deshalb wünsche ich mir schon, dass ich in den letzten Spielen meinen Teil beitragen kann.
INTERVIEW: BLANCO UCLES