ZUM TAGE

Die unerträgliche Leichtigkeit Reals

von Redaktion

Madrids Warnung an München

„Überraschend“, war zu lesen. Dabei war der 3:0-Sieg von Real Madrid über Manchester City im Achtelfinalhinspiel der Champions League alles, bloß nicht überraschend – zumindest für diejenigen, die nicht erst seit gestern Königsklasse konsumieren. Die besondere Beziehung, die das weiße Ballett zum Henkelpott pflegt, ist hinlänglich bekannt. Sie hat dazu geführt, dass eine nicht immer überdurchschnittlich aufspielende Mannschaft in den zurückliegenden zehn Auflagen fünfmal als Sieger hervorging. Warum? Weil Real es dann, wenn die Hymne ertönt, wie kein anderer Club versteht, sämtliche für den Ausgang einer Partie ausschlaggebenden Faktoren zu seinem Vorteil zu nutzen. So funktioniert die – für den Rest der Sterblichen – unerträgliche Leichtigkeit Reals.

Ergo erscheint es auch äußerst unwahrscheinlich, dass der Rekordchampion kommende Woche solch eine komfortable Führung noch aus der Hand gibt. Die Zeichen stehen auf ein Viertelfinalduell gegen den FC Bayern. Und insbesondere die dieser Tage – verdientermaßen – hochgepriesenen Münchner, die in den vergangenen vier K.o.-Duellen gegen ihren europäischen Erzrivalen insgesamt viermal als Verlierer vom Platz gingen, sollten gewarnt sein. Denn gerade ein strauchelndes Real, das im Pokal gegen Zweitligist Albacete die Segel streichen musste und in der Liga vier Punkte hinter Barcelona hinterherhinkt, ist ein gefährliches Real.

Was genau diese verletzungsgeplagte und spielerisch zuweilen limitierte Truppe so bedrohlich macht? Ihre Unvorhersehbarkeit. Álvaro Arbeloa, als Nachfolger von Xabi Alonso zunächst belächelt, hat sich an seinem alten Mentor José Mourinho orientiert und eine von zu viel taktischem Input verunsicherte Mannschaft über Basisprinzipien wie Physis, Robustheit und klar definierte Matchpläne geeint. Die Partie gegen City war das Paradebeispiel dafür: Hinten standen Antonio Rüdiger & Co. wie ein Fels, um dann nach Ballgewinn die Räume in der Tiefe über den Dreifachtorschützen Federico Valverde & Co. auszunutzen. Mit demselben Resultat wie eh und je. Auch wenn es für manche überraschend gewesen sein mag…

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